») Jahresversammlung in Vaduz am 24. Oktober 1915. Die von nahezu 40 Vereinsmitgliedern und Gäste» besuchte Versammlung hörte, nachdem der Vorsitzende in Kürze über den Personalstand und die Rechnungsergebnisse des Vereins berichtet hatte, den sehr lehrreichen Vortrag von Herrn Kanonikus I, B. Büchel über Heimatschutz a». Der Vortragende führte Folgendes aus: „Heimatschutz! Was soll durch denselben geschützt werden? Das unserem Lande eigentümliche Landschaftsbild, die Be- schaffenheit von Berg und Tal, von Fluß und Bach, von Weg und Steg, von Wald und Feld, von Plätzen, ferner die dem Lande eigentümliche Bauweise; sodann die Denkmäler der Ge- schichte und der Kunst: Burgen, Kirchen, Kapellen, die Altertümer also: Die Urkunden, die alten Bauten, das alte Kunsthandwerk in Haus, Kirche und Friedhof, ferner die unserer Heimat eigen- tümlichen Tiere nnd Pflanzen, die unserem Volke von alters her eigentümlichen Trachten und Sitten und guten Gewohnheiten, die Sprache der Heimat, die Sagen, Sprüche und Lieder. Auf das olles und Ähnliches bezieht sich das Bestreben, das man Heimat- schutz nennt. Mau könnte allgemein sagen: es ist das Bestreben, das Volkstum unserer Heimat ungeschmälert und unverdorben zu erhalten, das eigenartige Volkstum und die Reize der Gegend in ihrer Eigenartigkeit uud Poesie zu erhalten. Leider ist schon vieles vernichtet worden. Alte, ehrwürdige, geschichtlich interessante Bauten sind verschwunden. Ich erinnere z. B. an die Kapelle St. Wolfgang, welche die Stätte markierte, wo am 12. Febrnar 1499 die Schlacht stattfand. Sie war geräumig und in reinem gotischen Stile erbaut. Man ließ sie zerfallen. So ging es der St. Anna-Kapelle in Balzers. Wie viele Burgen, die eiust unser Landschaftsbild reizend gemacht haben, hat man teils mit Gewalt zerstört, teils durch den Zahn der Zeit zerbröckeln lassen. Und die Ruinen, die noch aufrecht stehen, werden, wenn nichts geschieht, dem gleichen Schicksal ver- fallen. So z. B. die höchst romantische Ruine von Schalun. So ist der alte, prächtige Keller mit. seinem soliden Steingewölbe im alten Pfarrhof in Schaan zusammengeschlagen worden.
        

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