— 114 — Seiner technischen Anordnung nach gliedert sich das Buch in füus Abschnitte, deren erster den Aufschwung der weltberühmten liechtensteinischen Gemäldegalerie in Wien uuter dem Fürsten be- spricht, wobei der Verfasser Gelegenheit nimmt, die dem fürstlichen Hause Liechtenstein seit jeher eigenen Kunstbestrebungen zu ver- folgen, wie sie sich besonders bei den Fürsten Karl Eusebius, dem Gründer der Liechtenstein-Galerie, Hans Adam und Josef Wenzel fanden, welch letzterer durch Erwerbung von Rubens'schen, van Dick'schen, Rembrandt'schen uud Gemälden anderer berühmter Meister den Weltruf dieser einzig dastehenden Privatsammlung schuf. Unter Johann I. wurde die Gemäldesammlung vom Ma- joratspalais in den Palast in der Roßau übertragen, wo sie sich heute befindet. Unter Sr. Durchlaucht, dem regierenden Fürsten, faud eiue Neuordnung der Galerie nach seinen Angaben und unter seiner Leitung statt; unechte und weniger bedeutende Stücke wurden ausgeschieden; an ihre Stelle traten zahlreiche Neu- erwerbungen, besonders Gemälde der ältern italienischen, deutschen und niederländischen Schule. Sämtliche Neuerwerbungen des Für- sten erfahren von Höß eine gründliche, sachgemäße Beschreibung und sind die wichtigeren in guten Reproduktionen wiedergegeben. Höß berührt des weitern die stete Bereitwilligkeit des Fürsten, im Interesse der Kunstwissenschaft seine Gemälde zu Ausstellungs- zwecken zur Verfügung zu stellen und die wissenschaftliche Durch- forschung seiner Galerie mit seinem großen Kunstverständnis und erheblichen Subventionen zn fördern, was u. a. die prächtigen Pn- blikationen von Bode über die liechensteinische Gemäldesammlung dartnu. Hochbedeutsam für die Plastik uud das Kunstgewerbe sind die zahlreichen in der Galerie aufgestellten kunstgewerblichen Ob- jekte nnd die Meisterwerke der Bildhauerkunst, die in ihren Neu- erwerbuugeu und in ihrer Anordnung größtenteils auf den Fürsten zurückgehen, nicht minder wertvoll sind die Sammlungen der Kupferstiche und Handzeichnungen. Im zweiten Teile seines Werkes macht Höß einen Ruud- gang durch jene Museen, Kunstschule» uud Küustlervereiniguugen, die der Fürst durch seiue Muuifizenz uud seinen Kunstsinn för- derte, und wir finden kaum eine künstlerische Institution von eini- ger Bedeutung in Österreich, welche nicht regste Förderung von Seite des Fürsten erfahren hätte; im besondern Maße erfuhreu seine Anteilnahme die k- k. Akademie der bildenden Künste, welche der Fürst mit einer Reihe kostbarer Werke der älteren und mo- dernen Kunst ausstattete. Die moderne Galerie in Wien ver- pflichtete sich Sr. Durchlaucht durch Überlassung der Werke Gg. Waldmttllers, des unübertroffenen Darstellers österreichischer Volks- natur und Sitte; durch die Schenkungen an das historische Museum der Stadt Wien ist Fürst Liechtenstein Gründer der städtischen
        

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