Ein fröhliches Büchlein eines wandernden Scholaren, der sich mit lebensfrohen Angen die Welt besieht, mit glücklicher Be» obachtungsgabe in lebhafter, anschaulicher Schilderung Schönheiten und Stimmungen in der Natur, das Leben des Volkes in origi- nellen Gedankenbeziehnngen zum Ausdrucke bringt. Wie anspre- chend und humorvoll durchwärmt ist beispielsweise nicht die Klein- malerei im „Marienkäferchen"! Aus den Wanderungen, die der Verfasser durch die Schweiz, Liechtenstein, Vorarlberg, Tirol, Deutschland und Italien unternahm, stellt er in achtzehn Abschnitten seine Eindrücke über Land und Leute zusammen. Liechtenstein ist eine farbenprächtige Schilderung des Triesenberges gewidmet, znr Herbstzeit, als der Föhu durch das Rheintal brauste, weiter eine poetische Darstellung der erhabenen Einsamkeit des Saminatales. Der Verfasser versteht sich auf Landschafts- nnd Stimmungsmalerei. Bedauerlicherweise leidet die Lektüre unter dem stellenweise sehr geschraubten, modernisierten Stil, nicht minder die Klarheit des Ausdruckes. Das Buch hätte nichts verloren, wenn die konfessio- nellen Taktlosigkeiten über das „brave, bessere Volk der Kirchen- gänger" (S. 20) nnd über das Marienfest in Capolago, dessen Prozession eher als ein Maskennmzng geschildert wird, weggeblieben wären. Hof; Karl: Fürst Johann II. von Liechtenstein und die bildende Kunst. Wien 1908. In Kommission bei Anton Schroll u. Co. 363 S. Es war eiue ebenso dankbare wie mühesame Arbeit, das Verhältnis des Fürsten Johann II. von Liechtenstein znr bildenden Kunst einer eingehenden Erörterung zu unterziehen. Der Fürst genießt als einer der opferfreudigsten Mäcen ob seiner fürstlichen Freigebigkeit einen bestbekannten Ruf iu der Welt der Künstler; die verschiedensten Kunstbestrebnngen verehren in ihm einen fein- sinnigen Kenner, von dessen geläutertem Geschmack beinahe alle österreichischen Museen Kenntnis geben. Über die Tätigkeit des Fürsten auf dem Gebiete der Kuust ist eine überaus reiche, jedoch zersplitterte Literatur vorhanden. Karl Höß hat sich als erster die Aufgabe gestellt, die Stellung des Fürsten zu den bildenden Künsten in einheitlicher und übersichtlicher Weise zu schildern und legte die Resultate seiner Forschungen zum fünfzigjährigen Regie- ruugsjubilüum Sr. Durchlaucht in einem 363 Groß-Oktav-Seiten fassenden und mit 32 ganzseitigen Illustrationen geschmückten Bande vor.
        

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