— 87 - aufständische» Prätigauer stellten zn hohe Forderungen. Auch seine Niederholt erhobenen Ansprüche aus Schadenersatz blieben 
unbe- rücksichtigt, obwohl 
Anhoru fälschlich behauptet, das geraubte Vieh sei wieder erstattet worden. Erst 10 
Jahre später 
half sich der Graf selbst, indem er die bündnerischen Kapitalien uud Güter in seiner Herrschaft mit Beschlag belegte. Ob dauu der Schaden vergütet wurde, wissen wir nicht. Im August (1622) wurde Gutenberg init Landwehrmännern besetzt, da die regnläre Besatzung mit einem Heere uuter dem Grafen Alwig v. Sulz über die Bergpässe ins Engadin hatte ausziehen müssen. Zu Anfang des September unterwarfen die Österreicher unter dem genannten Grafen das Prätigau wieder und besetzten Maien- feld und die Steig. Im Dezember zogen die Österreicher zwar ab, ließen aber Besatzungen znrück. Ihre Absicht, auf der Steig eine österreichische Festung zu errichten, scheiterte an dem Widerstand der Eidgenossenschaft. Im Jahre 1624 
zog sich Österreich ganz von Bünden zurück, und verzichtete auf seiue Besitzungen daselbst gegen eine Ent- schädigung an Geld. Die Steig wurde nuu wieder von den Bündnern besetzt unter französischem Kommando. Eines Tages !amen einige Soldaten von der Steig herab ins Wirtshaus nach Balzers und tranken da. Der österreichische Vogt von Gutenberg mahnte sie zur Rückkehr; aber sie blieben. Da ließ er aus zwei Stücken Feuer geben, schoß jedoch absichtlich zu hoch, worauf die bündnerischen Soldaten zurückgingen. Der Vogt auf Gutenberg beschwerte sich wegen dieses Vorfalles bei 
den Hauptleuten ans der Steig- 
Es 
stellte sich heraus, daß der französische Kommandant gemeint hatte. Balzers gehöre zum Engadin. Nun trat durch 4 Jahre Ruhe ein. Als aber im Jahre 1628 ein Krieg ausbrach wegen des Herzogtums Mcmtua, an dem auch Österreich teilnahm, rückte am 25. Mai 1629 wieder eine öster- reichische Armee von 18,000 Mann unter dem Grafen Alwig v. Sulz ^n die Bündner Grenze. Dieser General nahm Logis auf Guten- berg, während der General Graf Mcrode im Lager zu Balzers stand. Sie wollten durch Graubünden nach Italien ziehen. Von Gutenberg aus schickte daher der Graf v. Sulz am 26. Mai einen Eilboten an die Büudner Regierung zu Chur und lud sie ein,
        

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