- 83 — Im Sommer 1620 entstand in Bünden eine große Aufregung; man griff zu deu Waffen, weil es hieß, die Österreicher rücken schon über die Luziensteig. Die Veranlassung zu diesem Gerüchte gab die Gefaugeunehmung Friedrichs v. Tiefenbach, eines böhmischen Edlen, der im Bad Pfäfers aufgehoben und den österreichischen Hauptleuteu auf Gutenberg ausgeliefert wurde. Wegen dieses Fanges geschahen Freudenschüsse aus der Feste zu Gutenberg, welche das Gerücht in einen feindlichen Angriff auf die Luzien- steig verwandelte. Der unglückliche Tiefenbach hatte nn der Em- pörung in Böhmen teilgenommen; er wurde vou Gutenberg weg nach Innsbruck trausportiert und hingerichtet. Im Spätherbste erschien Wallenstein mit 10,000 Mann nnd 12 Kanonen in Feldkirch. Er verlangte von den Bündncrn Öffnung des Passes an der Luziensteig. In Maienseld lagen die Zürcher. Weil der Vogt auf Gutenberg gehört hatte, mau versperre den- selben den Heimweg über Sargans, befürchtete mau, sie würdeu über die Steig herab ihren Weg nehmen. Kommandant und Vogt ans Gutenberg war damals Kaspar v. Ramschwag. Mit ihm war die Mannschaft nicht znfrieden. Ein Korporal ging einmal sogar mit bloßem Säbel auf ihu los und stieß arge Schimpfworte gegen ihn aus. Als ihu der Vogt deshalb strafte, ging er des auderu Tags aus der Feste hiuweg, um, wie er sagte, den Vogt in Inns- bruck zu verklagen- Indeß wollten die Bündner keinen Krieg mit Vadnz. Sie erinnerten noch im März 1621 den damaligen Landesherrn, den Grasen Kaspar v. Hohenems, an ihre Freundschaft. Zwar hatte Oberst v- Raitnau, der österreichische Befehlshaber, den Grafen um Hülfe für Gutenberg gebeten; aber der Graf dürfte nicht so offen für Österreich Partei nehmen- Im Interesse seiner Unter- tanen mußte er neutral bleibeu. Aber die Bündner hatten Öster- reich gereizt durch Plünderung des österreichischen Schlosses Rä- züus. Da Guteuberg den Erzherzogen von Österreich gehörte uud im Gebiete der Grafschaft Vaduz lag, konnte der Graf den Zu- gang dazu durch sein Gebiet unmöglich hindern, so unlieb ihm dies auch war, schon um seiner eigenen Untertauen willen. Bald rückten wallonische Reiter an die Bündnergrenze bei Gntenberg. Über Bünden wurde die Korusperre verhäugt. Bei 7000 Mauu sollen in der Grafschaft Vadnz gestanden haben. Als
        

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