— 73 — dann sollte man noch einige Zeit Geduld haben, 
sonst sich beraten, was für Gewaltmaßregelu anzuwendeu seien. Entschieden seien sie gegen die Sperrung der sonnenbergischen Alpen aus dem schon angegebenen Gründe. Über diesen Händeln vergingen über drei Jahre, ohne daß der Graf Karl Ludwig zu Vaduz zum Nachgebe» gezwungen worden wäre. Nur mit dem arrestierten Wein in Triesen scheint er den kürzeren gezogen zn haben. Denn von diesem ist im Jahre 1593 nicht mehr die Rede. Sehr wahrscheinlich hat 
man sich öfter- reichischerseits dafür dadurch bezahlt gemacht, daß ein betreffender Betrag vom Guthaben des Grafen zurückbehalten worden ist. Die Streitigkeiten wegen Weide- uud Alprecht aber dauerten immer uoch fort. Am 14. Juli 1594 schrieb Kaspar v. Ramschwag wieder au die Regierung zu Innsbruck: Der Befehl der Regierung an die Amtleute zu Feldkirch sei bis clato noch nicht ausgeführt wordeu. Er müsse vielmehr wieder ueue Klageu über ueue Ge- walttätigkeiten vorbringen. Die Balzner wollen ihn nämlich zu Froudieusteu verhalten, obwohl er glaube, daß das Schloß Guteuberg vvu dieser Pflicht frei sei. Auch haben sie ihn anch dieses vierte Jahr uicht mehr als 12 Kühe auf Weide und Alpen treiben lassen, trotzdem das Schloß früher ein ganzes Sentum gehabt habe. Feruer mache er die betrübende Mitteilung, daß der Graf den Kaspar Wolfinger, der früher Lehenmann von Gutenberg gewesen, so lange geplagt, bis er ihm, weil er keine Hilfe von Osterreich bekommen, den Eid der Treue geschworen habe, obwohl der Erzherzog ihn nicht aus seiner Pflicht entlassen hatte. Jetzt müsse er auch dem Grafeu die Fastuachtheuueu geben, die er früher auf das Schloß hatte bringen müssen. Deshalb habe er, der Schloßvogt, dem Wolfinger jene Güter, welche er als Lehen inne habe, wegnehmen und zu Handen des Schlosses ziehen wollen. Aber trotzdem behielt er diese Güter und benutzt sie heute uoch auf Befehl des Grafen. So machte er es schon im Vorjahre 1593. Er verkaufte das Gras von den Schloßwiesen, uud deu Dünger, den er auf diese Güter zur Frühlingszeit hätte führen sollen, hat er anderwärts getan. So macht er es Heuer wieder. So müssen die Güter in Verfall geraten. Weil der Wolfinger diese Güter nicht abtrete», so»dern auf Befehl des Grafeu mit Gewalt be-
        

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