— 70 — Erzherzog und flehe ihn an um Gottes und des jüngsten Gerichtes willen, er möge geruhen, mit mehr Anktoritüt und Kraft ihm zn Hilfe zu kommen. Denn bei der höchsten Wahrheit, weder er noch ein anderer Vogt sei seines Lebens und Gutes sicher und habe weder Verbleiben noch Unterhalt. Zugleich schrieb er auch an die Regierung zu Innsbruck: seine Vorstellungen beim Erzherzog seien ohne Erfolg geblieben; er wende sich'nun wieder an die Regierung; es möge doch der Graf gezwungen werden, das Alprecht und Weiderecht des Vogts und der Lehenmänner zu respektieren. Die Regierung zu Innsbruck meldete dem Erzherzog als neues Vorkommnis, daß dem gntenbergischen Bauer Wolsiuger von den Sulzischen der Hanf, den er auf des Leheuhofs Hanferei erzengt, mit Gewalt genommen worden sei. Unter solchen Freundlichkeiten verstrich das Jahr 1592. Schon am 17. Jänner des folgenden Jahres gingen aus dem Schloß Gutenberg wieder zwei Gesuche an den Erzherzog, eines wegen des Schloßvogts, das andere wegen des Wolfinger. Der Erzherzog wolle ihm, dem Ramschwag, befehlen, wie er fich be- züglich des Jagens und Fischens zu verhalten habe, welche Ver- gnügen er als ein altes Recht für den Schloßherrn beansprucht. Ferner sollte er wisseu, wie es mit dem Viehauftrieb stehe; weuu er weder Allmend noch Alpen für all sein Vieh benützen dürfe, könne er sein Vieh nicht unterhalten- Er empfiehlt dem Erzherzog ein Repressale zu gebrauchen. Da des Grafen Untertanen in den österreichischen Herrschaften Blndenz und Sonnenberg Alpen liegen haben, wolle man dem Hektor v- Ramschwag, welcher seiu Bruder und Vogt jener Herrschaften sei, befehlen, wenn des Grafen Unter- tanen ihr Vieh dort auftreiben wollen, ihnen das zu untersagen. Wegen des Wolsiuger berichtet Ramschwag, der Graf habe ihm, dem Wolsiuger, im Vorjahre verboten, die Alpen und Weiden zn gebrauchen nnd als er dennoch sein Vieh auftrieb, ihn mit 70 Gulden gestraft. So des Weiderechtes beraubt, sei Wolfinger außer Stande, sein Vieh zn halten. Der Erzherzog wolle also befehlen, daß dem Wolfinger die 70 fl zurückgestellt uud das Weiderecht wieder eingeräumt werde. Iu gleichem Sinne schrieb Ramschwag auch an die Regierung Zu Innsbruck.
        

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