- 65 — tauen mit Gefängnis vorgehe, anch gleiches mit gleichem zn ver- gelten. Aber wir wissen von srüher her, daß vornehmere nnd «ermögliche Leute, wie auch der Graf selbst, den österreichischen Boden meiden; geringere Personen aber ließe er in Arrest stecken, wie er es früher auch getau hat uud wir haben dann noch die Auslagen. — Daher kommen wir trotz allen Nachdenkens zu keiu ein Entschluß. Hindern können wir den Grafen nicht, in seinem Territorium Strafen zn verfügen. Will aber der Erz- herzog gegen die Person des Grafen vorgehen, so empfehlen wir S. Gnaden, dem Hnnptmann der vier vorderen Herrschaften uud Vogt der Herrschaften Bregenz nnd Hohenegg, dem Herrn Hans Gaudenz v. Naittenau einen entsprechenden Befehl zukommen zu lassen. Sicher ist, daß der Graf sonst nicht nachgeben wird. Unseren Abgesandten, die wir bei Tag uud bei Nacht an ihn geschickt haben, ist er immer davon gelaufen." Unterdessen hatte der Graf wieder zn einem neuen Gewaltmittel gegen Kaspar v. Ramschwag gegriffen. Er hatte nämlich ans den Zehentwein in Triefen, den die Ramschwage als Lehen besaßen, Beschlag gelegt, so daß die Torkelmeister ihn nicht ausliefern durften. Nuu ging dem Erzherzog Ferdinand, dem dies gemeldet worden war uud der den Grafen zn wiederholtenmalen zur güt- lichen Beilegung des Streites eingeladen hatte, die Gednld ans. Er schrieb an den Hauptmann Gaudeuz v. Raittnau, er sei uicht gewillt, des Grafen Trotz und Hochmut länger znznsehen, sondern wolle den in Triesen arrestierten Wein mit Gewalt abholen lassen. Raittnan solle sich über einen geeigneten Weg dazn mit den Be- amten von Bregenz nnd Feldkirch beraten. Der Hauptmanu berief die Beamten nach Dornbirn. Sie berichteten nene Gewalttaten des Grafen. Er habe erstens dem Ramschwag verboten, mehr als 20 Stück Groß- und Kleinvieh ans die Allmeind zn treiben, zweitens der Gemeinde Balzers ver- boten, ihm Holz ans den Gemeindewaldnngen zu verabfolgen, drittens nm das Schloß Gutenberg 6 Mauu zur Bewachung des Viehanstriebes aufgestellt und viertens nötige er unter Androhung gänzlicher Entziehung der Güter und des Gefängnisses den Burg- lehenmann Wolsiuger, sein Vieh im Stalle zn behalten, was auch zwei Mauu überwachen, so daß er, wenn dem Unfng nicht bald ein Ende gemacht würde, um Hab uud Gut kommen müsse.
        

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