— 63 — nicht verlange, daß sein Diener die Zehrung ans eigener Tasche bezahle, zumal die Reisen ans so hochwichtigen Ursachen geschehen seien, daher möge der Erzherzog befehlen, daß ihm, einem armen nnd dessen so bedürftigen Adeligen die 180 fl ausbezahlt werden. Er werde sich befleißen, diese Summe dem Erzherzog aus eiue audere Weise wieder hereinzubringen. Der Erzherzog schickte das Schreiben an die Regierung zu Innsbruck zur Begutachtuug uud erhielt die Antwort: Kaspar v. Ramschwag ist nie aufgefordert worden, nach Innsbruck zn kommen uud es wäre auch gar uicht notwendig gewesen, persönlich hier zu erscheine». Er hätte wohl daheim bleiben können, da er so gut wie die Amtleute zu Feldkirch in Betreff der Eingriffe des Grafen genngsame und ausdrückliche Befehle von der Regierung erhalten hat. Der Erzherzog möge also die Rechnung zurückweisen. Nener Ärger kam über den armen Schloßvvgt von Seite der Balzner. Sie kündeten ihm an, daß die früheren Vögte nie mehr als 12 oder 14 Stück Vieh junges nnd altes und dazu ein paar Zugochsen auf ihre Allmeind getrieben haben, nnd daß er auch uicht mehr auftreiben dürfe, widrigenfalls das übrige aufge- fangen, gepfändet und hinter die Taferne gestellt würde. Der Graf hatte dazu zum vorhinein die Bewilligung gegeben. Ferner wurde ihm von der Gemeinde eine Reute auf der Allmeind uud ein Mahd auf dem Riet verweigert, die als Gemeindeteil ausge- teilt worden waren, woran früher auch das Schloß immer parti- zipiert hatte, wie ein Gemeindebürger. Der Graf war loyal genug, die Beamten zn Feldkirch auf die Absicht der Balzner aufmerksam zn macheu und sie zn ersuchen, den Ramschwag auf die alteu Gewohnheiten zu verweise». Er sttgte auch bei: „Wenu sich der Ramschwag so nachbarlich verhielte, wie seine Voreltern getan haben, daß er den Balznern in Fron- dienst uud Wuhreu beiständig und hilfreich wäre, so würden sie ihm des Viehes wegen keine Schwierigkeiten machen." Der Graf Karl Lndwig stand damals auch im Krieg mit Feldkirch, weil er von den Feldkircher Bürgern, die in Nuggell Güter hatte», Steuer verlangte, ebenso von den Leuten zu Nofels nud Bangs. Zwar hatten beide Parteien bis zum gerichtlichen Austrag der Sache eineu Waffeustillstaud verabredet gehabt; dem Grafen ging aber früher die Geduld aus. Er ließ zwei Feld-
        

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