- 59 — anders als ein anderer Gemeindsmann zu achten und habe an Holz, Feld, Wunn nnd Weid und Gemeindsteil nicht mehr zu fordcru als eiu anderer Balzner Gemeindgenoß und die Gemeinds- lasten mit Wuhren, Steuer» n. dgl. zn tragen. So haben es Balthasar v. R. und seine Vorder« auch gehalten. Nach altem Branch seien auch alle, die iu der Herrschast Vaduz und Schellen- berg eigene Speise kochen, Fener, Holz, Wasser und Allmeind gebrauchen, der gemeinen Landschaft steue r b a r. Wer gar nichts austreibe, müsse denuoch, wie arm er auch sei, der Laudschast 1 Schilling Pfennig geben. Auch der jetzige Vogt Kaspar habe anfänglich den Stcuerschilling bezahlt, nachher aber, als er sich mit der Gemeinde überwarfen, die Bezahlung unterlassen. Nicht genug; er habe auch deu Kaspar Wolsiuger, Besitzer eiucs vster- reichischeu Mannleheus, veranlaßt, die Gemeinwerke zu verweigern nnd ihn dadurch iu eiue Strafe von 3 Pfuud und wegen sort- gesetzter Weigerung iu eine solche von 40 Pfnnd gebracht, nnd damit uicht zufrieden, habe er ihm den Lehenbrief abgelockt und darnach vorenthalten, wohl in keiner andern Absicht, als ihn des Lehens zu berauben. Noch mehr: Ramschwag habe dem Wolfinger unverschnldet das beste Stück Gut aus seinem Lehen weggenommen und doch den ganzen Lehenzins gefordert, und erst vor kurzem wieder 3 Mal Acker. Anton Wolfinger, Kaspars Bruder, habe sich deshalb um Schutz uud Hilfe an die sulzische Herrschaft gewendet. Zu bemerken ist hier allerdings, daß Wolsiuger, da er a»f Geheiß des Vogts sich weigerte, de» Balznern die Gemeinde- nmlage zu leiste», vom Grafeu mit Geld bestraft und „bandisiert", d. h. von Haus uud Hof gejagt und seines Viehes beraubt worden war. Da er von Seite seines Lehenherrn keine Hilfe erhielt und doch seine Güter anpflanzen sollte, ward er mürbe und leistete dem Grafen den Eid des Gehorsams. Nun kam über ihn die Rache des Schloßvogts, der ihm daS Lehen nehmen wollte uud auch wirklich eiu Stück uach dem andern entzog. Mit der Gemeinde kam Ramschwag auch in Streit wegen Be- nützung der Alp Gap fahl, da die Alpgenosseu ihm uur erlauben wollten 12 Kühe aufzutreibeu, er aber mehr auftreiben wollte. Am 8. Juli 1591 schrieb ihm der Graf: „Weil die Türken- st euer von den Ständen des Reiches zu leisten angenommen
        

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