- 52 — Boten die Bündner ermähnen, Maienfeld und die Steig gut zu besetzen, da der Kaiser persönlich über den Arlberg gekommen sei- Ulrich Kampell erzählt in seiner rätischen Geschichte, im Juni habe Kaiser Maximilian beschlossen, Bünden plötzlich zu überfallen und mit einem Heere über die Luziensteig brechend desselben sich zu bemächtigen. Am 29. Juui sei der Kaiser selbst vollständig, gerüstet nach Guteuberg gekommen, wo er Halt machte und einige Reiter auf Kundschaft ausgeschickt habe, willeus, am andern Morgen den Angriff zu beginnen. Als er aber hörte, daß eine bedeutende Macht Eidgenossen und Bündner in der Nähe stehe, sei er von seinem Vorhaben zurückgetreten. Unser Geschichtschreiber Peter Kaiser meldet von einer An- wesenheit des Kaisers ans Gutenberg nichts und nennt jene Nach- richten einen blinden Lärm- Im Juli meldete aber der Graf von Sax-Misox zu Werden- berg au die Eidgenossen, die Kaiserlichen haben zu Schaan ihr Lager aufgeschlagen und sei von ihnen stündlich ein Überfall zn gewärtigen. Die Besatzung von Maienseld schrieb daher nach Chur um Hilfsmaunschaft. Indeß verübten die Bündner und Sarganserländer, die zu Maienseld saßen, eine weniger edelmütige Heldentat aus. Sie brachen nämlich im August uuvermutet über die Luziensteig herab, drangen in die Alpen hinein uud trieben denen von Schaan, Vaduz und Triesen ihre Schweine, Ziegen, Schafherden nnd bei 400 Kühe weg. Den klageführenden Frauen der Beraubten wnrden einige Tage später zwar auf Verwenden des Vogts im Sarganserland nnd der bündnerischen Hauptleute 100 Kühe wieder zurückgegeben; das Übrige aber war schon verteilt, verkauft und verzehrt worden. Dieser gemeine Raubzug war um so unverantwortlicher, als er einer Bevölkerung galt, die sich gegen die Bündner nichts hatte zuschulden kommen lassen und zn den Eidgenossen geschworen hatte, ja noch in deren Pflicht und Schutz stand. Darauf habe eine Abteilung Österreicher von Feld- kirch her in Azmoos und Wartau Widervergeltung geübt, leider also auch an Unschuldigen. Über die Belagerung der Feste Gutenberg enthält ein Schreiben des 
Vogtamtes Feldkirch 100 
Jahre später 
folgenden Passus: „Als im Jahre 1490 oder um jene Zeit (!) das Hans Österreich gegen die Schweizer einen großen Krieg geführt nnd von den-
        

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