— 51 — das Dach und Hvlzwerk, wo es traf, schoß. Wenn die Mancr getroffen wurde, wischten die Belagerten zum Spott die Spuren der Schüsse mit Beseu und Ofenwischen ab. So war es aus- sichtslos, die Bnrg mit so kleinen Kanonen zu erobern. Man fing nun au, die Feste „uiederzugrabeu"; aber das war unmöglich; deun der Felsen, auf welchem sie stand, war zu fest. Die Be- lagerung wurde aber doch fortgesetzt, nm die Burg auszuhuugeru; aber auch das mißlaug. Zwar schrieb ein Büudner Historiker, e-s habe sich später herausgestellt, daß die Lebensmittel in 
der Feste nicht mehr lange gereicht hätten; wäre die Belagerung nur eineu Monat fortgesetzt worden, hätte entweder ein Entsatz oder die Übergabe erfolgen müssen. Aber es ist jedenfalls sehr unwahr- scheinlich, daß man dieses durch 
Waffengewalt sast uneinnehmbare Bollwerk so nachlässig verproviantierte, daß es nicht eine längere Belagerung ausgehalten hätte. So kopflos uud dumm, wie der Freiherr Ludwig v. Brandis seine ebenso feste Burg Vaduz, werden die Österreicher Gutenberg nicht vernachlässigt haben. Wie mit Geschütz und Mannschaft, so werden sie die Burg auch mit genügen- dem Proviant versehen haben. „Ulrich v. Ramschwag ließ sich durch alles nicht schrecken, hielt fest und bewahrte sich vor Unge- mach." Die Zahl der Bündner und Eidgenossen, die um Guteu- berg lagen, wird mit 4000 angegeben; ebenso viele lagerten zu Vaduz und Schaan, in der Meinung, die Vorarlberger würden kommen, die bedrängte Bnrg zu entsetzen. Sie gaben auch vor, Gutenberg nur deshalb so lauge belagert zu haben, um die Vor- arlberger aus dem Walgau herüberzulocken- Denn diese waren wieder von den Schweizern abgefallen uud hatteu sich zum Ver- teidigungskampf eingerichtet. So lange daher auch die Eidgenossen hier liegen und warten mochten, die Vorarlberger 
rührten sich uicht. Endlich brachen die Eidgenossen selbst nach dem Walgau auf; auch ein Teil der Belagerungsmannschast wurde dahin beordert. Es folgte dann der Übergang der Urner über Plaukeu uud die für die Vorarlberger so unglückliche Schlacht bei Frastanz. (20. April.) Die Belagerung von Gutenberg hatte 14 Tage gedauert; am 24. April zogen die Bündner über die Steig zurück. Im Mai ging die Kunde durch das Land, der Kaiser sammle viel Kriegsvolk zu Lindau und Bregenz, nm in Bünden einzufallen. Anfangs Juni ließen die zu Zürich versammelten eidgenössischen
        

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