— 19 - dieses Ortes sind die Historiker nicht einig. Der Eine will ihn in Maienfeld finden, der Andere hier in Mals und der Dritte in Schaan. Ich meinerseits möchte gerade aus dem Umstände, daß zur Römerzeit schon das ganze Gebiet um den Hügel von Guten- berg herum und der Hügel selbst Fiskalgut war, also dem Kaiser gehörte, den Schluß ziehen, daß hier die römische Station Magia war, wie auch schon Peter Kaiser angenommen hat.^) Die römischen Kaiser haben einen Teil des eroberten Landes den besiegten Einwohnern zur Bebauung überlassen, einen anderen den eingeführten römischen Kolonisten zugeteilt uud einen Teil in eigene Verwaltung genommen. Dieser letzte Teil wurde in Pacht gegeben, oft auch nach und nach verkauft. Die Lehen waren viel- fach erblich. Von denjenigen Gütern, welche die Kaiser zu ihrer Persönlichen Benützung und Verfügung sich vorbehielten, wurdeu viele für Rechnung des Kaisers durch kaiserliche Kolonen und Sklaven unter Aufsicht kaiserlicher Verwalter bebaut. Au solchem Krongut konnte es namentlich in Rätien, das eine kaiserliche Pro- vinz war, nicht fehlend) Solches kaiserliches Krongut waren nnn offenbar jene Güter, die zur Feste Guteuberg gehörten. Die in jeder Beziehung günstige Lage von Balzers legte es nahe, diese Auswahl zu treffen. Jene Güter waren zur Zeit der Karolinger königliches Krongut, wie das Urbar von 831 beweist. Also waren sie — so dürfen wir mit Sicherheit schließen — auch schon Krongut unter den frän- kischen Königen und haben diese sie zugleich mit dem Besitz von Rätien i. I. 536 erhalten. Es läßt sich ein anderer Besitztitel kaum deukeu als der, daß jene Güter bei der Eroberung Rütieus von Augustus selbst oder einem seiner nächsten Nachfolger als Krongut oder Staatsgut erklärt worden sind, das dem Beherrscher des Landes gehörte. Daß unter den Römern aber auch der Guteuberghügel eine Rolle spielte, beweisen die römischen Funde, die dort gemacht worden sind. Daß dann als Mittelpunkt dieser Güter auch eiu kaiserlicher Hof, eine kleine Pfalz errichtet werden mußte, ist selbstverständlich. Daher der Name pal^ole» und Lal^ol (Balzers), was wohl mit Geschichte des Fürstentums Liechtenstein T. 9. -) Plant« l. c. 71.
        

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