— 142 — arm soll der Abt mit dem Freiherrn v. Frauenberg und den Seinigen heimgekehrt sein, daß sie den Unterhalt unterwegs erbetteln mußten. Den erlittenen Schaden versprach er seinen Getreuen zu ersetzen, und hielt auch Wort. Der Abt baute nun die Burg zu Appenzell wieder auf; er mußte das heimlich tun-. Auch erwarb er die Burgen Altstätten und Falkenstein für das Kloster. Der Mann, dem sich überall das Unglück an die Ferse heftete, mochte sich vom neuen Könige, seinem alten Feinde nichts gutes versehen. Zwei lange Jahre lebte er im Schrecken vor ihm. Er wandte sich dann an den Bischof von Konstanz, seinen alten Frennd, und bat um seine Vermittlung. Auch sein Bruder, Dompropst Heinrich, unterstützte ihn dabei. Gerne willfahrte ihm der ausgezeichnete Prälat. Er bat den König, dem vielgeprüften, kranken Manne seine Gnade zu schenken. Der König, ohnedies damals zu Milde und Gnade mehr als sonst gestimmt, ließ dem Abte melden, daß gegenseitig alles vergessen und verziehen sein solle und daß er ihm überdies die Stadt Schwarzenbach schenke. Unter dem Datum vom 16. Okt. 1301 urkundeten Albrechts Söhne, die Herzoge Rudolf, Friedrich und Leopold, daß sie sich mit dem Abte Wilhelm über alle ihre Strei- tigkeiten, über den Abbruch von Stadt und Burg Schwarzenbach und den Wiederaufbau der Stadt Wyl verglichen haben. Abt und Kapitel lassen dagegen alle ihre Ansprüche an das Haus Habsburg fallen. Als der Abt die Nachricht erhielt, der König wolle sich mit ihm versöhnen und ihm Schwarzenbach geben, sagte er zu den Freunden: „Nun hätte ich alle meine Not überwunden, aber nun bin ich so siech und krank, daß ich es nicht werde aushalten können." Jn der Tat bekam er die Friedensurkunde vom 16. Okt. 1301 nicht mehr zn Gesichte. Er war drei Tage vorher — am 13. Okt. — aus dem Leben geschieden; Krummstab und Schwert waren seiner so'tatkräftigen Hand' entfallen. Er hatte lange und schwer gelitten, starb aber doch unerwartet, plötzlich und unversehen. Er wurde begraben vor dem Muttergottesbild an der „dunkleu Kapelle" im Kreuz gang des Klosters. Sein würdiger Nachfolger hatte dem König gegenüber eben- falls einen schweren Stand. Er wurde ihm zu Baden vorgestellt. Trotz der Fürbitte der Fürsten ließ sich der König nicht herbei.
        

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