— 139 — gäbe der Stadt verlangten. Der Abt trat deshalb in Unter- handlung mit dem Herzog und erhielt freien Abzug. Seine Dienst- mannen aber, die lieber standgehalten hätten, zündeten im Ärger über die Wyler die Stadt an. Die Wyler siedelten jetzt nach Schwarzenbach über. Durch Vermittlung des Bischofs Sigfried von Chur kam zwischen dem Herzog und der Stadt Zürich der Friede zustande. Unterdessen (5. Mai 1292) war der Graf Adolf von Nassau zum deutschen König gewählt worden. Nun kamen für den vielgeprüften Abt von St. Gallen auch wieder bessere Tage. Der ueue König war den Montfortern gewogen nnd es ist möglich, daß gerade das Verhalten gegen den Abt von St. Gallen mit dazu beigetragen hat, die Gemüter den Habsburgern abwendig zu machen, so daß die deutsche Krone einem anderen Fürsten über- tragen wurde. Köuig Adolf übernahm die Schirmvogtei über das Kloster St. Gallen und es ist das Verdienst des Abtes Wilhelm, daß die Schirmvogtei bei der Königskrone blieb. Der Abt wohnte nun wieder in St. Gallen. Seine Urkunden der folgenden Jahre datieren auch alle wieder von dort. Auch die vom König Rudolf eroberte Neu-Ravensburg war wieder in seiner Hand. Mancher suchte nun begangenes Unrecht gegen den Abt wieder gut zu machen. Kuchimeister berichtet, Herzog Albrecht habe im Sommer 1295 den Abt zu sich nach Wien eingeladen. Der Abt reiste mit Be- gleitung von Edlen und Geistlichen nach Wien, wo ihn die Herzogin freundlich anfnahm und ihm drei Kleider schenkte. Der Herzog selbst lag unterdessen im Salzburgischen im Krieg. Der Abt logierte im Stifte Admont. Mit einem Geleitbrief des Burkart v. Ellerbach, des Hauptmannes des Erzbischofs von Salzburg, kam er zum Herzog, der ihn freundlich aufnahm, aber erklärte, zn Verhandlungen jetzt keine Zeit zu haben. Der Abt , kehrte über Salzburg und Augsburg, wo die Bischöfe ihn gut aufnahmen, heim ohne eine Einigung erzielt zu haben. Zwar liegt eine Ur- kunde vor mit dem Datum vom 11. November 1295, ausgestellt zu Wien vom Herzog für das Kloster St. Gallen, des Inhalts: Der Herzog gibt dem Kloster die Stadt Schwarzenbach. Dafür soll der Abt des Herzogs Freund sein. Die Übergabe geschah
        

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