— 138 — richs v. Ramschwag der Gras Hugo v. Werdenberg mit seiner wilden Rotte in das dem Abt gehörige Appenzellerland ein uud brandschatzte und verwüstete das Land derart, das Ulrich v. Ram- schwag sogar es bereute, ihn gerufen zu haben. Johannes v. Müller schreibt: „Als die Mannschaft aus Appenzell einen seiner Züge tat und Hugo v. Werdenberg mit unbarmherzigem Volk aus Rtttien das ganze Appenzellergebirge brandschatzte und verbrannte, sah Ramschwag, alt und krank, des Landes Rauch, gedachte, daß der verstorbene König ohne ihn gnädiger gewesen sein würde, fühlte das ganze Unglück von zwanzig Jahren auf seinem Gewissen und starb."') Als Wiedervergeltung nahmen die Kriegsleute des Abtes und des Grafen v. Habsburg-Laufenburg das den Herzogen gehörige Städtchen Buchhorn. Der durch Plünderung verursachte Schaden wurde auf 8000 Mark Silber geschätzt. Es wurde nun das äbtische Gebiet arg verwüstet. Die Fehde entbrannte vor Schwarzenbach; dann wnrde Wyl belagert und als die Wyler einen Ausfall machten, wurden viele gefangen und erschlagen. Dann zogen die Ramschwage mit ihrer Mannschaft vor St. Gallen, erlitten aber dort von den St. Gallern eine empfindliche Schlappe. Von den Österreichern in Winterthur wurden Zürich und Konstanz vielfach beschädiget. Die Zürcher unter ihrem Hauptmann, dem Grafen v. Toggenburg, schlugen einen Ausfall der Winterthurer zurück. Aber später gelang es dem Grafen Hugo v. Werdenberg, des Herzogs Albrecht Hauptmann, den Zürcher», die er Plötzlich überfiel, eine gänzliche Niederlage zu bereiten (14. April 1292). Nun rückte der Herzog selbst mit seiner Macht heran und zwar von Konstanz her. Bei Stockach ward die' einem Freunde des Abtes Wilhelm gehörige Nellenburg untergraben und verbrannt. Der untergrabene Turm, in dem alle Wertsachen untergebracht waren, kollerte in einem Stück den Fels hinab. Nun wurde der Abt Wilhelm aufgesucht, der mit seinem Bruder, dem Dompropst Heinrich, in Wyl sich aufhielt. Also stand der Herzog vor Wyl. Jn seinem Heere waren auch die Grafen Hugo v. Werdeuberg und Rudolf v. Sargans, die dort auch vom Herzog zu Rittern geschlagen wurden. Tapfer widerstand Abt Wilhelm, bis die Bürger von Wyl, des Krieges müde, die Über- ') Joh. v, Müller Schwcizergeschichte S. 580.
        

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