— 137 — seiner Rache, wenn sie vom Abt Konrad abfielen, aber umsonst. Jn St. Gallen und in den Stiftslanden sehnte man sich nach dem alten Abt zurück und dieser wartete in seiner Klause zu Aspermont nur auf den günstigen Moment, seine nie aufgegebenen Rechte wieder geltend zu machen. Kaum war daher die Kunde vom Tode des Königs Rudolf in die rätischen Berge gedrungen, da verließ der Klausner Aspermont und eilte über Vaduz und Feld- kirch nach Bregeuz zu seinem Bruder. Dorthin kamen viele der Vornehmsten von St. Gallen, von der Bürgerschaft abgesandt, ihm zu verkünden: Stift und Stadt erwarten den freudigen Tag, da sie ihren Fürsten und Abt wieder sehen werden. Abt Wilhelm ließ sich das nicht zweimal sagen. Sosort eilte er nach St. Gallen, wo ihm ein feierlicher Empfang bereitet wurde. Ramschwag hatte mit seinem Klienten eiligst die Stadt verlassen. Am 15. Juli war der König gestorben und Ende desselben Monats war der Abt schon wieder in St. Gallen! Seine erste Amtshandlung war die Erteilung einer „Handfeste", d. h. einer Urkunde an die Stadt St. Gallen, in welcher er der Stadt die Freiheiten und Privi- legien garantierte, die einst der Abt Ulrich v. Güttingen ihr ver- liehen hatte. Es sollte dies ein Zeichen des Dankes für bewahrte Treue sein. Seinen treuen Dienstmannen nnd an Klöster ver- lieh er Zehnten und Lehen, an Freiherren verpfändete er Güter. Nun bildete sich ein Adelsbund, dessen Mittelpunkt Abt Wil- helm war und dessen Spitze gegen die Habsburger, vor allem gegen den Herzog Albrecht gerichtet war. Teilnehmer an diesem Bunde waren außer dem Abt auch seine Brüder zu Feldkirch und Tettnang, Graf Rudolf v. Habsburg-Laufenburg (Bischof von Konstanz, ein Vetter des Herzogs), Graf Mangold v. Nellenburg, die Stadt Zürich, der alte Graf Friedrich v. Toggenburg, die Grafen v. Regensberg, die Gräfin Elisabeth v. Rapverswil und andere. Zweck des Bundes war, die ungerechten Forderungen der Habsburger abzuwehren. Dem gegenüber bildete sich ein Gegenbund zur Verteidigung der Habsburgischen Interessen. Zu diesem Bunde standen Jakob v. Frauenfeld, österreichischer Vogt auf Kyburg, Ulrich v. Ramschwag, Hugo v. Werdenberg und Rudolf v. Sargans. Abt Wilhelm ging sogleich daran, das Verlorene wieder zu erobern, vorerst Wyl, das er besetzte. Da fiel auf Anstiften Ul-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.