— 136 — nächtlicher Weile einen Schiffmann, der ihn über den See brachte." Der geächtete und gebannte Flüchtling, nur begleitet von seinem Freunde Heinrich v. Güttingen, einem Kammerdiener und einem Soldaten, erreichte Sigmaringen, das seinem Bruder, dem Grafen Ulrich, gehörte. Da dieser Sigmariugeu veräußerte, floh er nach Bregenz und, da. er, auch dort nicht mehr sicher war, auf die Burg Alt-Aspermont unterhalb Chur, die seinem Bruder Heinrich, dem Dompropst, gehörte. Nun war seine Sache verloren und sein Gegenabt Konrad v. Gundelfingen regierte unangefochten die Abtei, so lange König Rudolf lebte. Am 15. Juli 1291 schied der König aus dem Leben. Und nun änderte sich wie auf einen Schlag die ganze Szenerie. Zum Glück für Abt Wilhelm hatte der königliche Gegenabt in St. Gallen sehr übel gehaust und seine beiden Abteien, St. Gallen und Kempten, tief in Schulden gebracht. „Der lange Krieg gegen den Abt Wilhelm hatte die Barmittel dieser Klöster so aufgezehrt, daß Abt Konrad schon während der Belagerung von Jberg die Streitrosse und Rüstungen seiner Kemptner Ritter in den Städten St. Gallen, Wyl und Schwarzenbach verpfänden mußte, um nur die dringendsten Bedürfnisse seiner Kriegsleute befriedigen zu können. Dazu kam noch, daß König Rudolf sofort nach Vertreibung des Ables Wilhelm die Dienste seines Abtes in Anspruch nahm- Noch im Jahre 1289 mußte dieser mit dem König gegen den Pfalzgrafen vou Burgund zu Felde ziehen. So konnte Abt Kon- rad in St. Gallen keine Anhänglichkeit finden. Seine einzige Stütze war der König, dessen Söhnen er eine Herrschaft nach der anderen zu Lehen gab. Kaum hatte daher der König die Augeu geschlossen, als das ganze Stift uud die Landschaft St. Gallen dem alten Abt Wilhelm sich wieder zuwandten. So wenig hatte Abt Konrad im St. Galler Lande Sympathien sich zu erwerben ver- mocht, daß er, ohne einen Widerstand auch uur zu versuchen, beim ersten Auftreten seines Gegners St. Gallen räumte, in sein Kloster Kempten zurückkehrte undŝchließlich gegen eine Entschädigungssumme von 100 Mark Silber aus seine Ansprüche an St. Gallen zugunsten seines Gegners förmlichen Verzicht leistete.') Auf diese 100 M. S. mußte der Abt von Kempten warten bis zum Herbste 1298. — Der alte Ramschwag drohte zwar den Gottcshansleuten mit i) B-mmann, Gesch. d. Allgäus, 
II. S. ö.
        

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