— 134 — edel und unedel, und haltend die Burg inn, nnd gewunnen och daruf, was si bedorften; und waren da zwen gebur knecht, der hieß ainer Bvdman, der ander Wagenbuoch. Die sprachent zuo unserm Herrn dem Abt, do er uff die Burg kam: Herr, sitzent wa ir wöllint; da wellin wir zwen üch spisen und dryg (drei) mit üch, welli ir weud, und weud üch gen guot brot und win uud von flaisch, was ir wend und von molken." Die vom Adel aber hätten lieber gehabt, wenn der Abt sich mit dem König ver- ständigt hätte, weil sie fürchteten, ihre Güter zu verlieren. Während der Abt auf der Toggenburg saß, um Neujahr 1289, brach auch in unserer Gegend der Krieg aus. Die Grafen von Werdenberg und Sargans hatten nämlich in allen diesen Fehden gegen den Abt Wilhelm treu zum Könige gehalten; wie denn ja bei ihnen die Feindschaft gegeii ihre Vetter zu Feldkirch zur Fa- milienerbschaft gehörte. Am 5. August 1288 hatte Bischof Fried- rich mit fünf adeligen Herren im Wallis einen Bund geschlossen. Diese verpflichteten sich, dem Bischof, dem Abt von Disentis und dem Heinrich v. Frauenberg fünf Jahre lang gegen deren Feinde Hilfe zu leisten. Um nun dem bedrängten Bruder, dem Abt, Luft zu machen, und die kriegerische Tätigkeit der Werdenberger von ihm abzulenken, brachen Bischof Friedrich und Dompropst Heinrich mit dem Freiherr» v. Grießenberg, Heinrich v. Frauenburg, Eber- hart v. Aspermont und ihren Dienstmannen auf, zogen in den Walgau nnd brandschatzten dort die Besitzungen der Werdenberger. Als aber ihr Zug auf dem Rückwege in die Au von Balzers, da wo jetzt in Mäls die Mariahilf-Kapelle steht, gelangte, war ihnen dnrch das Kriegsvolk derer v. Werdenberg und v. Schellenberg der Weg verlegt. Jn dem mörderischen Kampfe, der sich nun entspann, wurden viele erschlagen; auch Eberhart v. Aspermont blieb im Gefechte, während der Bischof und der Freiherr v. Grießen- berg gefangen und auf die Burg zu Werdenberg gebracht wurden. Auch Herzog Rudolf, des Königs Sohn, soll sich an diesem Treffen beteiligt haben. Mehr als 1>/s Jahre schmachtete der Bischof in der Gefangenschaft auf der Burg zu Werdenberg. Da faßte er den Entschluß, sich durch ein Wagestück Zu befreien. Mittelst zusammen- gebundener Linnentücher wollte er sich am Turme herablassen. Aber das Seil brach; der Bischof fiel in die Tiefe und wurde des morgens tot aufgefunden. Das geschah am 3. Juni 1290.
        

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