— 133 — kurz vorher vom Grafen Rudolf v. Montfort seinem Bruder, dem Abte, zurückgegeben worden war. Nach dem Falle dieser Feste brachten die Verbündeten (König und Abt Konrad) allen Kloster- besitz nördlich vom Bodensee in ihre Gewalt. Darauf zogen sie gegen St. Gallen. Ohne Schwertstreich ergaben sich Stadt und Stift dem neuen Abte, weil niemand zur Verteidigung da war und Abt Wilhelm alle waffenfähige Mannschaft in seine Burgen gezogen hatte. Jn der Woche vor St. Gallentag 1288 huldigten in Gegenwart des Königs und seiner Söhne die Bürger und Land- leute dem neuen Abt. Auch ein Teil der Dienstmannen schwur jetzt, aber nicht gerne. Erst als der König mit Brandschatzuug und Achterklärung drohte, verließen alle ihren früheren Herrn, den Abt Wilhelm. Dieser zog sich aus Furcht, es möchten auch die Bürger von Wyl von ihm abfallen, und um dieselben zu schonen, von Wyl mit seinen wenigen Getreuen, die nicht eigene Burgen hatten, in die ihm verpfändete Burg Alt-Toggenburg zurück. Die Mann- schaft des Königs besetzte nun Wyl. Dann ging es an die Feste Klanx im Appenzellerlande. Sechs Wochen lang hielt sich diese Burg; nur Verrat öffnete den Belagerern ihre Tore. Ihre Hut war dem Heinrich von Sigberg anvertraut. „Dieser widerstand tapfer den Waffen der Feinde, nicht aber ihrem Silber". Für eine Summe, die ihm sein Vetter Marquart v. Schellenberg bot, übergab er die Feste, die dann gebrochen wurde. Lichnowsky erzählt: „Da Heinrich v. Sigberg den König selbst vor die Burg ziehen sah, erschrak er und übergab die Burg durch Ver- mittlung Marquarts v. Schellenberg für 20 Mark Silbers. Als er vor dem Schlosse stand und die Übergabe beschwören sollte, schwur er mit den Fingern zur Erde gekehrt, damit ihn die Seinen nicht beobachten konnten; sonst Hütten sie ihn nicht mehr eingelassen." Von den Verteidigern konnte jeder aus der Burg mitnehmen, was er tragen konnte. Unterdessen hatte der neue Abt die Leute von Wyl und Um- gebung in Eid und Pflicht genommen. Abt Wilhelm blieb dagegen den Winter von 1288 auf 128S auf der Alt-Toggenburg in stiller Einsamkeit. Treue Knechte versahen ihn mit dem Notwendigen. Kuchimeister berichtet: „Nu waren bi den ziten uff der bürg ze Toggeuburg arm knecht, baydi g
        

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