— 14 — und so die 8 m tiefer liegeude Vorburg völlig beherrschte. Die Natur hat hier in dem schwer zugänglichen, teilweise unersteiglichen Felsgebilde einen Burgplatz in idealster Weise geschaffen, so daß mit wenig Mühe ein uubezwingliches Bollwerk, sei es aus Holz und Erde oder aus Steinen geschichtet, zum befestigten Ansitze, förmlich verlockte, um so mehr als der Burgberg südöstlich in einen sumpfigen See überging, während westseitig die in senkrechte Tiefe abfallende Wand periodisch von den Wogen des wilden. Rheins umspült wurde. Bei Grabungen - auf dem Burgberge kamen außer vielen römischen Funden auch Kulturreste älterer, vorgeschichtlicher Zeiten zutage. Wenn auch die Römer den Burgplatz'sehr wahrscheinlich durch umfängliches Mauerwerk verstärkten, kann man heute doch schwer Mauerreste der Burg mit Bestimmtheit auf römischen Ur- sprung zurückführen, denn die diesem Volke oft allein zugeschriebene Mauertechnik des Ährenverbandes finden wir bei Bauwerken bis ins Mittelalter herab, so au der Stadtmauer in Chur und bei der nahen Ruine Wartau schön ersichtlich. Der. älteste Bestand der Hauptburg d ist eine unregelmäßige rundliche Umfassung von 15 rn Höhe mit dem 3 m überhöhten, vermauerten Eingang t auf der Ostseite. Die auffällige Umriß- linie der meistenteils fensterlosen blinden-Mauermasse war durch die zerrissene Felsbildung vorgezeichnet, wie ja fast jede Höhenburg, ihre Eigenart der willkürlichen Gliederung des Geländes verdankt. Viele mannigfaltige Ausschüsse und Gießlöcher kennzeichnen die Angriffsseite im Süden und Osten. Doch sind alle diese Scharten spätere Mauerdurchbrüche und dienten Hakenbüchsen so- wie auch größeren Lombarden und späteren Zapfenkanönen zu. wirksamer Abwehr. Noch im 14. Jahrhundert war auch dieser Trakt Wohnbau, worauf die jetzt zugemauerten, oder zu Schieß- scharten ausgebauten Fensterluken hinweisen. Erst der große Um- schwung im Kriegshandwerk durch die Aufnahme weittragender Feuerwaffen ließ es für nötig erscheinen, die Wohnräume ganz, auf die sturmsichere West- und Nordseite zu verlegen. Auch der Bergfried d mit 8X9 m Grundfläche wurde später innen an die Südwestecke der Umfassung angelehnt und teilweise auf die alte Ringmauer aufgesetzt. Da sonst der Bergfried bei jeder Burg zu dem ersten und ältesten Bestände gehört, so muß es hier auffallen,
        

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