— 132 und beteiligten sich an diesen Fehden nicht. Desto eifriger traten seine zwei geistlichen Brüder für ihn in die Schranken: Friedrich, der Bischof, nnd Heinrich, der Dompropst zn Chnr. Mutig unter- stützte ihn auch der Freiherr v. Grießeuberg, dessen Gemahliir Adelheid v. Montfort-Feldkirch eine Nichte des Abtes war. Abt Wilhelm zog von St. Gallen mit seinen Getreuen neuer- dings nach Wyl und richtete sich dort so weit möglich zur Ver- teidigung ein, da er wohl einsah, daß beim König ans keine Gnade mehr zu hoffen war. Das geistliche Gericht, dessen früheres Urteil schon auf Amts- entsetzung gelautet hatte, sprach nun — ohne Zweifel vom König beeinflußt ^ wegen sortgesetzter Renitenz sogar den Bann über den Abt aus. Da wir die Akten des Prozesses nicht kennen, können wir über dieses Urteil nicht zu Gericht sitzen; nach allem aber, was vorausgegangen war, ist es uns doch erlaubt, die Berechtigung, dieses Urteils in Zweifel zn ziehen. Der König dagegen scheint anderer Ansicht gewesen zu sein; denn er beeilte sich, nun auch seinerseits über den Gebannten die Reichsacht zn verhängen, wo- durch er gleichsam für vogelfrei erklärt war. Wer fürderhin den v. Montfort für einen Abt halte, den werde er in die Acht tun, gebot der König. Wahrscheinlich appellierte der Abt nun an den Papst. Der König aber ernannte aus eigener Machtvollkommenheit einen neuen Abt oder Administrator für St. Gallen in der Person des Konrad v. Gundelfingen, welcher schon Abt von Kempten war. Mit Waffengewalt wurde dieser in St. Gallen eingeführt; denn alle Dienstmannen von St. Gallen — v. Ramschwag ausgenommen — standen auf der Seite des bisherigen Abtes. Es bedürfte der Gewalt, um diesem Abte in St- Gallen Raum und Anerkennung zu verschaffen.') Er bot die Lehenmannen und Dienstleute des Stiftes Kempten zum Zuge uach St. Gallen auf und vereinigte seine Macht mit einem Heere des Königs. Der König selbst nnd sein Sohn, Herzog Rudolf, sollen den neuen Abt nach St. Gallen begleitet haben. Zuerst wurde uun von den Haufen des Königs die Feste Neu-Ravensburg erstürmt, welche dem Kloster gehörte und >) B-nnnami, Gesch. d. Allg-ius, II. S. 8.
        

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