— 131 — Nach der Ausfertigung dieser Urkunden blieb der Abt noch einige Tage im Lager. Vom Grafen v. Öttingen wurde er dann mit dem König und dem Herzog Rudolf zu Tische geladen. Während des Mahles rief der König dem Herzog zu: „Herr Sohn, steht auf und gebet Euerem Herrn Wasser, von dem Ihr Lehen habt." Der Herzog tat es; aber „der Abt nahm es ungern von ihm," sagt Kuchimeister. Man war mit dem Abt uoch nicht zufrieden. Ulrich v. Nam- schwag, des Klosters königlicher Untervogt, hätte, wie es den An- schein hat, das Kloster am lieben ganz zugrunde gerichtet. Auf seine Einflüsterung hin verlangte der König nun vom Abt auch noch die Auslieferung der Burg Jberg (bei Wattwil). Dazu konnte sich der Abt nicht verstehen. Er verließ traurig das Hoflager, ver- weilte einige Tage wieder bei seinem Oheim zu Albegg, bis neue Rüstungen des Königs und ein neuer Krieg ihn nach St. Gallen riefen. Jm Dezember war er wieder daselbst. Dem Ulrich v. Ramschwag, seinem Getreuen, verpfändete der König am 4. November als Ersatz für die in seinem Dienste erlittenen Verluste „alle gesetzte Vogtrechte", die er in der Vogtei des Gotteshauses St. Gallen hatte, um 200 Mark Silber. Damit war das unglückliche Kloster noch fester in die Faust dieses harten Mannes gekommen. Zwar belehnte der Abt unter dem 22. Dezember desselben Jahres noch die Söhne des Königs abermals, und zwar mit den zu Schwarzenbach angesessenen Bürgern und Bauern, die Unter- tanen des Klosters waren. Aber der König war noch immer nicht befriediget. Es kam neuerdings zu einer erbitterten Fehde. Hervorgerufen wurde sie durch die unaufhörlichen Forderungen und Übergriffe des Vogtes und durch die auf Betreiben desselben wieder aufge- nommene Klage der Konventualen gegen ihren Abt- Diese be- trieben beim geistlichen Gericht, wohl auf des Königs Befehl, die Entsetzung Wilhelms von der Abtei. Nun mußte sich der ver- folgte Mann auf einen letzten Verzweiflungskampf einrichten. Er versah seine Burgen Jberg, Toggenburg (die er als Pfand inne hatte) und Klanx mit Besatzungen. Von seinen weltlichen Brüdern leistete ihm nur einer Beistand, nämlich Graf Hugo zu Tettnang; die beiden zu Feldkirch und Bregenz hatten sich dem König genaht
        

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