— 129 - Aber die Wyler unter ihrem tapferen Abte schlugen alle Stürme ab und töteten dem Gegner viel Volk. Da erschien der Herzog Rudolf, des Königs 
Sohn, selbst vor Wyl und zog das Volk des alten Grafen Friedrich von Toggeuburg und anderer Herren an sich. Aber anch jetzt erlagen die Stürmenden der Tapferkeit des Abtes Wilhelm und des Freiherrn Heinrichs v. Grießenberg.') Man trieb sie mit blutigen Köpfen zurück. Jedoch, da die Wyler auf die Länge eine Belagerung nicht hätten aushalten können, ließ der Abt dem Herzog melden, er 
wünsche sich mit dem König auszusöhnen. Auf dem Felde bei Wyl kam dann 
am 6. Sept. (1287) zwischen dem Abt und dem Ritter Hartmaun v. Baldcgg, dem Be- vollmä'chtigtcn des Herzogs, ein vorläufiger Vertrag zustande. Der Inhalt der betreffenden Urkunde ist folgender: Die Herzoge haben durch die äbtischen Diener und Bürger von Wyl Schaden gelitten zu Schwarzenbach. Der Abt wünscht beim König und seinen Söhnen wieder zu Gnaden zu kommen. Daher hat Hartmann v. Baldegg mit ihm folgendes vereinbart: Der Abt wird an den Hof des Königs fahren. Beide Teile wählen gleich viele Schieds- richter und der Graf Ludwig v. 
Öttingen ist Obmann. Innert eines Monats nach dem Erscheinen des Abtes bei Hof soll ein Spruch gefällt werden; länger braucht der Abt nicht am Hofe zu verweilend) Der Abt schwört, das Urteil des Schiedsgerichts an- zuerkennen und als Bürgschaft dafür die Burg Singenberg (Thur- gau) samt allem Zubehör dem Hartmanu v. Baldegg zu übergeben. Dieser kann sie so lange behalten, bis der Abt den Ausspruch des Gerichts vollführt haben wird. Wollten aber der König und seine Söhne die Richtung nicht annehmen, oder die Sühne nicht ausführen, muß , dem Abt die Herrschaft Singenberg ebenfalls herausgegeben werden; auch sollen in diesem Falle der Abt und die Seinigen von dem Könige und den Herzogen und den Ihrigen, nachdem die Herrschaft Singenberg zurückgestellt worden, 
noch 14 Tage Frieden haben. Was immer nach der Zerstörung Schwarzenbachs die Habsburger dem Kloster St. Gallen angetan haben, und um- gekehrt, soll vergessen sein. Nach dieser vorläufigen Einigung, die !) Heinrich v. Grießenberg hatte eine Nichte des Abtes zur Frau und war ein eifriger Anhänger der Grafen v. Montfort. 2) Man sieht auch hier wieder, daß der Abt dem Leben bei Hofe ab- geneigt war.
        

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