Sraf Wilhelm v. Monnott-selakireft. Hbt von 5t. «allen. (1281—1301.) Den Gegenstand dieser Abhandlung bildet eine merkwürdige Persönlichkeit aus dem 13. Jahrhundert, ein Mann, der unserem ältesten Dynastengeschlechte, den Grafen v- Montfort, entstammte, und dessen Leben und Schicksale ein treffendes Charakterbild jener Zeit sind. Es ist dies der Graf Wilhelm v. Montfort-Feldkirch, von 1281—1301 Fürstabt des einst so berühmten Klosters St. Gallen. Er war ein Sohn des im Jahre 1258 verstorbenen Grafen Hugo II. und hatte fünf Brüder: Rudolf, Graf zu Feldkirch, Ulrich, Graf zu Bregenz, Hugo, Graf zu Tettnang, Friedrich, Bischof zu Chur, und Heinrich, Dompropst zu Chur. Über die Jugendjahre unseres Wilhelm wissen wir nichts sicheres, da uns die Urkunden und Geschichtsquellen diesbezüglich im Stiche lassen. Doch muß er Studien gemacht und wissenschaft- liche Bildung sich angeeignet haben, sonst hätte er nicht Priester und Prälat werden können. Er tritt erst als Mann von reifen Jahren in der Geschichte auf. Er war Mönch des Benediktinerstifts St. Gallen und wurde im Jahre 1281 zum Abte des Stiftes erwählt. Seine Wahl fand ohne Beeinflussung von Seite des Königs und seines Vogtes, durch den Konvent des Klosters statt. Deutscher König war damals Rudolf v. Habsburg. Dieser hätte sicher keinem Montforter eine so einflußreiche Prälatur, wie es die Abtei St. Gallen war, über- tragen, da er mit diesem Adelsgeschlechte stets entweder im Streit oder doch auf gespanntem Fuße war. Abt Wilhelm trat die Abtei in einer sehr bösen Zeit an. Vorausgegangen waren die unseligen Kämpfe zwischen Kaiser und Päpsten. Die Gemüter waren entzweit und Gewalttätigkeiten, besonders gegen Klöster und Bistümer, an der Tagesordnung. Dann war die kaiserlose, schreckliche Zeit gekommen, in der be-, sonders wieder die geistlichen Stifte entsetzlich gelitten hatten, viele infolge der unaufhörlichen Fehden tief verschuldet und, was noch schlimmer war, um alle Ordnung und Ordenszucht gekommen waren.
        

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