— 112 - reich und entfernt Material aus demselben, um es an anderer Stelle zu verwenden. Wir haben es dort mit dem Beginn, hier mit dem Ende der Entwicklung zu tun — ganz umgekehrt, wie Douglaß glaubt, der übrigens das Prinzip der Hausberganlage sehr scharf erfaßt hat.^) Und damit kommen wir wieder zu unserem Erdwerk von Mauren, das also ein richtiger Hausberg des Mittelalters und keine keltische oder rätische 
Befestigung ist. Die in seiner Nähe gefundenen prähistorischen Sachen stehen damit in gar keiner Beziehung. Was Douglaß auf ihm gefunden 
hat, ist meist ver- schollen, nur das Blech liegt noch im Museum zu Bregenz (in Nr. 558); es sagt für die Zeitstellung gar nichts. Das Fibel- bruchstück 
hat sich früher im Bregenzer Landesmuseum befunden, ist aber schon lange abhanden gekommen, wie mir der Direktor C. v. Schwerzenbach freundlichst mitteilt. In dem (wohl von S. Jenny herausgegebenen) „Katalog der prähistorischen Samm- lung im Vorarlberger Landes - 
Museum" ist es (S. 19) unter den Mittellatene-Sachen aufgezählt. Wenn das auch richtig und die von Douglaß als „keltisch" bezeichnete Nadel ebenfalls ein prähistorisches Artefakt gewesen sein sollte, so beweisen die beiden Gegenstände aus den oben angeführten Gründen doch nichts für ein höheres Alter der Burganlage. Schon daß sich diese Über- reste durchaus in der Lehm- und Sandschicht befanden, läßt ver- muten, daß sie vor Zurichtung des Hausberges hier lagen. scharf scheidet, da er weniger die Trennung als das genetische Verhältnis der beiden Typen im Auge hat. Es kaun wohl kein Zweifel darüber bestehen, daß der Hausberg in letzter Linie vom vorgeschichtlichen Ringwall herzuleiten ist. Die Entwicklung hat sich aber nicht auf süddeutschem Boden vollzogen, am wenigstens auf österreichischem, weil hier die römische Herrschast jede Möglichkeit einer solchen abgerissen ha!. Daraus erklärt sich, daß in unserem Gebieten die Hansberge Plötzlich und in vollentwickelter Gestalt erscheinen; sie treten im Gefolge der deutschen Kolonisation auf. Die Kluft von tausend Jahren, die zwischen ihnen uud der prähistorischen Ringwallknltur liegt, macht natürlich jeden Versuch, bei uns diese Erscheinungen zu verknüpfen, zuschanden. 2) Den ausgesprochensten Wallburgentyp weisen die stets grabenlosen Höhensiedeluugeu im Gebirge auf; es ist daher natürlich auch aus diesem Grunde ganz verfehlt, wenn von einer Seite die südalpinen (Ln.stöIIisri zum Vergleich mit den Hausbergen herangezogen werden. >) Ähnlich auch K. Popp, Wallburgen, Bergställe und Schanzen in Oberbayern, Oberbayr. Arch. Xl^IX. (1895) S. 170.
        

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