— 111 — Aufbau des Berchfrieds und die Art seiner Bestürmung und Ver- teidigung zeigen. Die Ausführungen Dachlers haben die Hausbergfrage ein .für allemal erledigt. Hier soll nur noch ergänzend hinzugefügt werden, was von den prähistorischen Funden zu halten ist, die auf oder bei Hausbergen gefunden und als Stütze für das vor- geschichtliche Alter derselben herangezogen worden sind. Sie be- weisen in der Tat gar nichts. Denn es ist selbstverständlich, daß günstige Terrainvorsprünge, wie sie sich die Hausberge ja häufig zu nutze machen, auch in prähistorischer Zeit besiedelt, sogar mit einer Wallburg gesichert gewesen sein können. Funde viel höheren Alters auf Hausbergen dürfen daher nicht wunder nehmen. Der vorsichtige Forscher wird nie ohne gute Gründe einen Bodenfund nach den Kleingegenständen bestimmen, da uns insbesondere die Ringwall- forschung darüber belehrt hat, daß die Artefakte einer Fundstelle ost wesentlich älter sind als das Terraindenkmal. Im übrigen ist festzustellen, daß prähistorische Funde an Hausbergen immerhin zu den Seltenheiten gehören und der Mangel eines Zusammenhanges sich meist einwandfrei dartun läßt. Besonders muß aber noch einmal betont werden, daß Ringwall und Hausberg absolut nicht zu einem Begriff verschmolzen werden dürfen, wenn auch Übergänge vorkommen/) Es sind in ihrer Vollentwicklung zwei ganz ver- schiedene Dinge, die sich schon im Grundprinzip ihrer Anlage unterscheiden. Der alte prähistorische Ringwall schmiegt sich den Terrainverhältnissen durchaus an und wird dem Terrain mit neuem Material aufgesetzt, der gewachsene Boden wird nur dort berührt, wo die Terrainverhältnisse die Anlage eines Grabens fordern/) der mittelalterliche Hausberg hingegen formt das Erd- auf gewisse Hausberge festzulegen. So müßte man z. B. die in Ottokars Österreich. Reimchronik erwähnte, 1288 von Albrecht von Österreich im Streite mit dem Erzbischos von Salzburg in Eile erbaute Ennoburg (M. G. D. Chr. V 1. (1890) S. 366—379, inter. V- 27766—27605, 28640—28766) auf Grund von Terrainuntersuchuugen noch identifizieren können. Es war, wie aus Ottokars Schilderung hervorgeht, zweifellos eine Holzburg. (Vgl. A. v. Cohauscu, Die Befestigungsweisen der Vorzeit und des. Mittelalters (1898) S. 143). Die Stelle lehrt uns zugleich, daß man selbst noch am Ende deK 13. Jahrh, mit solchen primitiven Bauwerken zu rechnen hat. >) Vgl. darüber O. Piper, Burgenkunde (1905) S. 98, der zwischen prähistorischer Wallburg und mittelalterlicher Erdbnrg vielleicht etwas zn wenig
        

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