— 108 — darüber gleich zu sprechen haben — auch wieder in seinem letzten Aufsatze 
tut.i) Die zu leichtfertig hingeworfene Behauptung, daß weder im Waldviertel noch im Süden ° der Donau Hausberge zu finden seien, ist ihm die Prämisse für den natürlich ebenfalls irrigen Schluß, daß nur die Quaden Erbauer dieser Festungen gewesen sein können, da diese allein ihre Sitze nie über die Donau aus- ausgedehnt hatten. Von allem, was Firbas über dieses Problem zu sagen weiß, ist also nichts richtig, als daß es sich bei den Hausbergen wirklich um Festungen und nicht um Opferstätten handelt. Er hat Recht, wenn er meint, für Opferstätten hätten die Wälle und Gräben, wie sie bei größeren Hausbergen häufig sind, keinen Sinn und die Wasserversorgung sei bei den Haus- bergen auch nicht schlechter als bei ähnlichen Fortifikationen. Gegenüber solchen Jrrgängen hatte M. Hoermes schon betont,̂) daß die Hausberge „ihre letzte künstliche Gestalt in relativ junger Zeit und vielleicht zu Zwecken der Sicherung gewisser erhöhter Plätze innerhalb sonst freiliegender Ortschaften erhalten haben". Hoermes hielt also die Hausberge für nicht älter als die Dorf- siedelungeu, zu deneu sie gehören- Mit vollem Recht, 
wie sich aus den entscheidenden Untersuchnugen ergibt, welche A. Dachler über die Hausbergsrage angestellt hat.̂) Sie waren besonders deshalb von Erfolg begleitet, weil er seine Blicke über Österreich hinaus nach Deutschland und Frankreich gelenkt hatte, wo ver- schiedene mittelalterliche Archaeologen die verwandten Erscheinun- gen bereits richtig gedeutet hatten. Dachler klärt zunächst auf Grund dieser Forschungen die schwierigste aller Fragen der Haus- bergsorschung: wie 
man sich diese anscheinend für eine Befestigung ganz ungeeigneten Erdwerke als Burg zu ergänzen habe. Daß mau sich darüber eigentlich gar keine rechte Vorstellung machen konnte, war ja die Hauptstütze für die Opferstättentheorie gewesen. ') Hausberge in Niedcrösterreich, Geographische Rundschau für Geo- graphie 36 (1913/14) S. 124. Denselben Fehler begeht auch Leiter in seiner mit. G, Götzingcr gemeinsam herausgegebenen Schrift: Geographische Ex- kursion auf den Michelberg und Waschberg bei Stockerau (1914) S, 15, 33, Mitt. d, k. k, geogr. Ges. in Wien XI.VI (1913) S. 431, 44g, -) Jahrb. d. Zentmliommission N. F. I. (1903) S. 16. vgl. auch Mitt. d. Anthrop. Ges. in Wien XXXI. (1901) S. MH. 2) Erdburgen in Niederösterreich, Ber. u. Mitt. d. Altert.-Verein zu Wien XI.V. (1912) S. 61.
        

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