- 35 — „Produkt, das im Bündnerland noch unbekannt sein soll, all- gemein pflanzen und einführen. Diese Sorgfalt für den „Nahrungszüstand macht dem menschenliebenden Herrn Landvogt „viele Ehre. Und soll es sich unser Ort nicht zu besondern „Ehre und Vergnügen rechnen, wenn dieser sehr erträgliche „Nahrungszweig für das Bündnerland ursprünglich von Schwan- „dorf herrührt." Die Gesundheit meines Großvaters hatte gelitten; der Fürst Johann I., berühmt als Feldherr und Diplomat, ein sehr einsichts- voller und energischer Herr, beabsichtigte aber die Zustände im Lande gründlich zu reformieren und dazu brauchte er eine frische Kraft- Mein Großvater wurde daher 
mit 1. Oktober 1808 pen- sioniert und vom Fürsten unter Anerkennung seiner Amtstätigkeit znm fürstl. Rat ernannt. Überdies verehrte ihm der Fürst eine goldene Repetieruhr samt Kette und wies ihm als Domizil das fürstl. Palais in Feldkirch an, welches heute noch das fürstliche Wappen trägt. Er genoß seine Ruhe aber nur ein halbes Jahr uud starb in diesem Palais 
am 29. April 1809. Mein Vater Johann Michael Menzinger, mittelst Hofkanzlei- Erlasses 
vom 22. März 1833 znm Landvogt ernannt, traf am 5. September 1833 in Vaduz ein. Er war 
am 2. Dezember 1792 in Vaduz geboren und getauft worden, — also ein Landeskind — studierte am Gymnasium in Feldkirch und nach dem Tode seines Vaters in Freiburg i. B-, wo sein Onkel vr. Franz Jgnaz Menzinger, großherzoglich-badischer Hofrat und Professor an der Universität war. Seine juristischen Studien absolvierte er in Freiburg und Tübingen und kam im Jahre 1819 nach Wien um eine Anstellung zu suchen und eine Staatsprüfung abzulegen. Da die Aussichten für eine Zivilanstellung schlecht waren, für das Auditoriat aber Kandidaten gesucht wurden, kompetierte er und wurde als Auditor beim Wallachisch-Jllirischen Grenz- Regiment in Karansebes angestellt. Die Militärgrenze war damals bekanntlich ein Gebietsstreifen längs der Donan und Save als Schutzwehr gegen die Türkei und wurde als solche im 
Jahre 1868 aufgelöst und der Krone Ungarns einverleibt. Die männlichen Bewohner — kurz „Grenzer" ge-
        

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