- 48 — Erteilung dieser Konzession ausgesprochenen Gründe (Konkurrenz für den Verkehr von und nach der Arlbergbahn gegenüber der Route via. Buchs, und auch für den Verkehr vom Bodensee her) werden dann in der Botschaft ausführlich mitgeteilt. Weiter wird bemerkt, daß aus militärischen Gründen keine gerechtfertigten Bedenken vorliegen, um das Konzessionsgesuch abzulehnen. Schließ- lich beantragt der Bundesrat die Erteilung der Konzession gestützt auf folgende Erwägungen: „Die Bahn wird in erster Linie dazu berufen fein, dic Rhätische Bahn mit dem Fürstentum Liechtenstein in Verbindung zn bringen: sie wird daher hauptsächlich siir den Lokalvcrkehr in Betracht kommen. Daneben wird sie aller- dings auch dcm Durchgangsverkehr dienen. Dcr Verkehr von Württemberg und Bayern nach dcr Rhätischen Bahn wird zum größeren Tcil über Bregenz, Schaan-Badnz geleitet werden. Diese Route kommt aber insbesondere für den Güterverkehr nur wenig in Betracht, da dcr Kanton Graubündcn seine Be- darfsartikel hauptsächlich aus der Ostschweiz bezieht, nämlich vou St. Gallen And Zürich. Wir halten daher die den Bundesbahnen erwachsende Kon- kurrenz nicht sür so erheblich, daß wir ihnen die Ablehnung der Konzession empsehlen könnten. Für die Konzcssionsericilung spricht serner dcr Umstand, daß dic Bahn dcu Gemeinden Jenins, Maieufcld, Ragaz und Fläsch große Borteile bringen wird. Mit dem Eiseubahndepartemcnt halten wir dafür, daß die Bahn mit Rücksicht ans ihren überwiegend lokalen Charakter als Nebenbahn zu bezeichnen sei. Im Art. 13 haben wir den vom Vertreter des Kantons St. Gallen ver- langten Znsatz aufgenommen, da wir großen Wert darauf legen, daß die Bahngcscllschast durch eine Konzessionsbcstimmung verhalten werde, alle Pcr- sonenzügc in Ragaz anhalte» zu lassen." Nach dieser Sachlage war eine günstige Erledigung der Konzejsiousfrage wohl zu erwarten. Es sei noch ergänzend er- wähnt, daß der österreichische Gesandte in Bern, welcher ans besonderen Wnnsch unseres Landesfürsten vom österreich. Mini- sterium des Aeußeru mit der Vertretung Liechtensteins betraut wurde, warm für die Sache eingetreten war. Auch hatten seitens des Landes der Regierungschef und der Obmann des liechtenstein. Komitees durch persönliche Verhandlungen in Bern das Ihrige getan, um die so sehr im Interesse Liechtensteins liegende Ange- legenheit zn fördern. Trotz alledem kam nnn eine unvermutete und eigentümliche Wendung. Der Bundesrat bezw. der Vorstand des Eisenbahn- departements zog die oben gekennzeichnete Eisenbahnvorlage, welche den eidgenössischen Räten bereits zugegangen war, zurück und beauf-
        

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