— 19 — Zugleich wird die Regierung ermächtigt, im Verorduungswege zu verfügen, daß diese gesetzlichen Bestimmungen auch aus andere näher zu bezeichnende Alpenpflanzen'), soferne dieselben eines besonderen Schutzes bedürftig, analoge Anwendung zu finden haben. Ein ähnliches Verbot wurde kurz vorher auch im benachbarten Vorarlberg beschlossen. Ein von mehreren Abgeordneten gestellter Antrag, mit Rück- sicht auf neuerliche Vorkommnisse die Abänderung einiger Bestimmungen des Sanitätsgesetzes vom 8. Oktober 1874 in Erwägung zu ziehen, führte zu längeren Beratungen- Im § 24 des genannten Gesetzes wird die Bewilligung zur Aus- übung der ärztlichen Praxis an den vorgängigen Nachweis des an einer österreichischen Universität erworbenen Doktorates der Medizin und Chirurgie geknüpft, während bis dahin mit Rücksicht auf die frühere Zugehörigkeit Liechtensteins zum deutschen Bundes- staate das an einer deutschen Universität erworbene Doktorat Vor- bedingung war. Nun wurde neulich an einer österreichischen Uni- versität von einem Liechtensteiner bei seiner Promotion zum Doktor der Medizin ein Revers verlangt, worin er nach Maßgabe eines alten österreichischen Ministerialerlasses vom 24. Sept. 1854 die Erklärung abzugeben hatte, die Praxis in Oesterreich ohne frühere Erwerbung des österreichischen Staatsbürgerrechts, nicht auszu- üben. Der Liechtensteiner, der in Oesterreich Medizin studiert, ist also, wenn er sein heimatliches Bürgerrecht nicht einbüßen will, zur Ausübung seines Berufes ausschließlich auf unser kleines Länd- chen angewiesen, während umgekehrt eiu österreichischer Arzt uach den dermaligen Bestimmungen unseres Sanitätsgesetzes sich in Liechtenstein niederlassen und praktizieren kann, ohne einen Wechsel in seiner Staatsbürgerschaft vornehmen zn müssen. Es ist wohl anzunehmen, daß unsern Gesetzgebern bei Schaffung des Sanitäts- gesetzes im Jahre 1874 der oben erwähnte österreichische Erlaß nicht bekannt gewesen ist. In Würdigung dieses Sachverhaltes nahm der Landtag einstimmig eine Resolution an, in welcher die sstl. Regierung ersucht wird, bei der österreichischen Regierung zu ') Laut Verordnung von, 20. Juni 1908. L. G. B. Nr. 3. 1908 finden die Bestimmungen des obigen Gesetzes nun auch auf Alpenrosen, Alpennelken, Zyklamen, Enzianen, Orchideen, Mannsschildarten, Narzissen, Maiglöckchen und Alpcnprimeln Anwendung.
        

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