— 179 — Nachgrabungen nicht den geringsten Anhaltspnnkt gefunden, aus dem zu schließen wäre, daß die Villa mit dem Mamertushiigel bezw. mit der daruuter verschütteten Stadt in Verbindung ge- standen hätte. Der Untergrund auf dem die Villa errichtet wurde, hat genau die gleiche Beschaffenheit, wie der angrenzende Hügel vder besser gesagt, die römische Villa ist Jahrtausende uach der letzten größeren Erdbewegung, die dem Mamertushiigel die rund- liche auffällige Form gegeben, entstanden. Und doch steckt in jener alten Sage ein großer Kern von Wahrheit, wenn man den kata- strovhenhaften Einbruch des Wildbaches, der unsere Villa wegsegte, auch aus andere gleichzeitige Nachbarhäuser übertragen wollte. Die Ursache zur Bildung der Sage wäre , dann tatsächlich eine Überschüttung vou Wohnstütten und zwar von größerem Umfange, denn der Untergang eines einzelnen Baues hätte nicht die Wirkung gehabt, so lange in Überlieferung fortzuleben. Die. Sage erzählt, Mamerta allein wäre von der Stadt Triesen verschont geblieben. Nachgrabungen haben ergeben, daß die Erde um die Kapelle auf Mamerta uoch viel altes Mauerwerk bewahrt. Auch hier mag ein Römerban der Vorläufer späterer Baulichkeiten gewesen sein. Bei einem so mächtigen Bergstnrze, der die tieser liegende An- sieolung vernichtete, hätte auch Mamerta haushoch überdeckt werden müssen. So blieb es aber durch alle Jahrhuuderte iu historischer Zeit vou Elementargewalten verschont, während unten der Wild- bach die Laudschnft stark verändert haben mag." Nach Verlesung dieses Berichtes hielt Landesvikar Ka- nonikus Büchel deu angekündigten Vortrag über Graf Wilhelm v. Montfort. Abt von St. Gallen. Der Vor- trag bot ein interessantes Zeitbild aus dem letzten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts und wurde vou deu Zuhörern beifällig aufgenommen und vom Vorsitzenden verdankt. I» etwas erweiterter Form wird derselbe im historischen Jahrbnch vom Jahre 1912 erscheinen. Anschließend an diesen Bericht über die Jahresversammlung vom 19. Dezember 1911 sei mitgeteilt, daß unser Verein wenige Tage nachher ein sehr eifriges Mitglied, den hochwürdigen Herrn Kanonikus Dr. Frauz Josef Kiud, welcher am 29. Dezember 1911 iu Chur aus dem Lebeu schied, verloreu hat. Der Verstorbene wurde am 23. November 1850 als zweiter Sohn
        

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