— 152 — Roggwil und dessen Vetter Johann gefangen zu nehmen, als diese in einem Schiffe bei Gottlieben vorbeifuhren. Der Kellerer Mangold verwahrte nun die beiden als wertvolle Geiseln. 
Am 24. Juli 1865 kam es unter Vermittlung der Städte St. Gallen, Lindau, Wangen, Ravensburg, Überliugen und Buchhorn auf einer Tagung in Über- lingen zum vorläufigen Frieden zwischen beiden Parteien. Durch diese Vorgänge war die Abtei Reichenau ökonomisch offenbar ganz herabgekommen. 
Am 31. August 1367 verpfändete Abt Eberhart im Einverständnis mit dem Convent an seine Brüder Bischof Heinrich und Wolfhart I. von Brandis, ferner an Konrad Pfefferhart nnd Eberhart am Horn, Bürger von Constanz, alle Flecken, Leute und Güter des Gotteshauses. Dafür traten die vier Pfandinhaber als Bürgen für die Schulden der Abtei und als deren Vermögensverwalter ein. Sie verpflichteten sich, dem Abt 
jährlich 1000 Psund 
Pfennige, 100 Malter Korn, sechs Fnder Wein und das nötige Brennholz von des Klosters Einkünften Zum Unterhalt des Gotteshauses vorwegs abzuliefern. Nach kurzer Waffenruhe brach der Streit zwischen der Abtei Reichenau und der Stadt Constanz neuerdings aus Äbt Eberhart ergriff nämlich Partei für seinen Bruder Heinrich in dessen scharfem Konflikt mit der Stadt, von dem später die Rede sein wird. In diesen Kämpfen stand die ganze Sippe der Herren von Brandis, imrch so viele ökonomische Interessen an die beiden Prälaten .geknüpft, wie ein Mann dem städtischen Gemeinwesen gegenüber. Der zwischen den zwei Parteien bestehende Haß kam mit elementarer Wildheit zum Ausbruch bei einem zufälligen Zusammentreffen von Bürgern ritterlichen Standes aus Coustauz mit- gewappneten Reitern ans der Reichenau. Es war zu Aufaug des 
Jahres 1368 als beide Gruppen, jede 
über 20 Mann stark, ans dem Wege zu einem Turnier („Stechen'') in Zürich bei dem Dorfe Basfersdorf «us einander stießen. Die Reichenauer unter der Führung von Wolfhart II. („Wölfli") uud Türing III. von Brandis. des Abtes Neffen, die, wie es scheint, auch auf der Reichenau hausten, wurden ohne weiteres mit deu Constanzern handgemein. Die Städter behielten die Oberhand. Wölfli von Brandis blieb tot auf dem Kampfplatz, vier Reichenauer konnten von deu Siegern als Gefangene festgehalten werden, die andern mit Ritter Türing machten sich aus dem Staube.
        

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