— 150 — Hauses endete. Zwar konnte diese Freundschaft den notwendigen Gang der politischen Entwicklung in jenen Gegenden nicht ändern; auch die Besitzungen der Herren von Brandis im Oberland und im Emmeutal giugeu uach uud nach an Bern über- Aber dieser Nebergang 
vollzog sich in gegenseitigem Einverständnis, in aller Form Rechtens; und als die westlichen Besitzungen schon längst verkauft waren und die Freiherren sich in Vaduz, im Vorarlberg und in Granbündcn festgesetzt hatten, blieb das gute Einvernehmen fortbestehen. Die mächtige Stadt half deu Erbbnrgern ans zahl- losen Fährlichkeiten und nahm sie mit Erfolg in Schutz selbst gegen die Eidgenossen. In der Folgezeit kaufte Türing II. von seinen Schwägern zuerst die Herrschaft Müliuen im untern Kandertal, die er indessen gleich au Bern veräußerte, uud dauu das Gericht Diemtigeu im untern Simmental, also einen Teil des ältesten Weißenburger Hausbesitzes. Immer mehr machte er sich in seinen obcrländischen Besitzungen heimisch. Mit Hinsicht darauf, daß nach dem Ableben seiner kinderlosen Schwäger das ganze Weißenbnrger Erbe an ihn fallen mußte, verknuste er 1367 im Eiuverstäuduis mit seinen Söhnen seiueu Auteil au der Herrschaft Brandis und die Vogteien über Trub und Rüegsau um 6200 Florentiner Gnlden an seinen Bruder Wolfhart I. Im folgenden Jahre starb er mit Hinter- lassung von 4 Söhueu uud 4 Töchtern. Sein Bruder Wolfhart 1., Herr von Brnudis, vermählt mit Gräfin Anna von Montfort- Feldkirch, der Witwe Hartmanns IU. von Werdenberg - Sargnns, Herrn zn Vaduz, folgte ihm 3 Jahre später im Tode nach. Eine einslußreiche Stellung im Klerus Süddentschlands nahmen dazumal die vier geistlichen Brüder Türings II. und Wolsharts I. von Brandis ein, nämlich Eberhart, Heinrich 11.̂ Mangold II. nnd Werner II. Es lag im wohlverstandenen In- teresse der freiherrlichen Familie, die jüngern Söhne in geistlichen Stiften zu versorgen; man wollte damit die dem Familienwohl- stand so gefährlichen Erbteilnngen nach Kräften verhindern nnd zugleich gelegentlich den Finanzen des Hauses mit Kirchengeld wieder aufhelfen. Es 
kann sich hier selbstverständlich blos darnm handeln, diese geistlichen Herren in ihren Beziehungen zn den Geschicken ihres Hauses zn schildern.
        

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