— 147 — indessen Kaiser Friedrich II. durch unaufhörliche Kämpfe iu Italien völlig iu Anspruch genommen war, gelangte auf schweizerischem Gebiet das iu buntester 
Mannigfaltigkeit sich entwickelnde geist- liche uud weltliche Herrentum so gut wie die rasch empor- l'lnhcnden Reichsstädte in den Besitz einer uahezn unumschränkten Landeshoheit. In dieser Zeit, 
da sich in dem Gebiete zwischen Jura und den Alpen kein einheitlicher Wille mehr geltend zu machen wußte, tauchte aus dem „hauptlosen Baronengewimmel" das Geschlecht der freien Herren von Brandis empor. Im 
Jahre 1239 siegelt Herr Kvurad von Brandis eine Urkunde, laut welcher Ritter Konrad von Walkringen seine Eigengüter und Lehen im Gebiete d;r Glane oberhalb Freiburg an Junker Wilbert v. Rivoire abtrat. Damit beginnt die Geschichte der Freien von Brandis; der Stammbaum ist lückenlos bis znm Erloschen des Geschlechts im Jahre 1512. Vorerst 
beschränkt sich allerdings unsere Kenntnis von dieser adeligen Familie für fast ein Jahrhundert aus die dürftige Kuude, welche durch vereinzelte Urkunden von Schenkungen an fromme Stiftungen und von der Anwesenheit einzelner Glieder der Dy- nastie als Zeugen bei wichtigen Handändernngen auf uus ge- kommen ist. Davon, daß.die wichtigen politischen Ereignisse und Umwälzungen jener Zeiten — Untergang des hohenstanfischen Hauses im Kampfe gegen das Papsttum, Erlöschen der kiburgischen Dynastie während des Interregnums, Übergang der Hegemonie im Süden des deutschen Reichs an die Habsburger — die Freien von Braudis irgeudwie in Mitleidenschaft gezogen hätten, kaum eine Spur. Konrad I. von Brandis, Dvminus nnd Nobilis, erscheint in den Urkunden 
von 1239 bis 1257. Seine Besitzungen lagen im mittleren nnd obern Emmental, sowie weiter westwärts bis an .die Aare. Er hanste auf der Burg Brandis, die sich auf eiuem Hügel am rechten Ufer der Großen Emme, einen Kilometer nord- westlich vom Dorfe Lützelflüh erhob. Schon dieser Ahnherr des Geschlechts war im Besitze der Vogtei über- das Benediktinerkloster Trub, dessen Schiksale mit denjenigen der Schloßherren v. Brandis stets enge verknüpft blieben.
        

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