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bürgerungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert». 
Die im Landesarchiv in Triesen und in Vaduz durch 
gesehenen Einbürgerungsakten umfassten sowohl 
Ansuchen und Aufnahmen in das Staats- wie auch 
in ein Gemeindebürgerrecht. Parallel dazu erfolgte 
auch die Bearbeitung und Auswertung von Einbür 
gerungsakten aus den Gemeindearchiven von 
Schaan und Triesenberg. 
Im Spätherbst 2009 begann Klaus Biedermann 
mit der Niederschrift der ersten Kapitel der Mono 
graphie. So verfasste er erste Versionen der Kapitel 
zu den Einbürgerungsfällen in Liechtenstein, die 
aufgrund historischer Zäsuren (Gemeindegesetze 
1842 und 1864, Gesetzesrevision 1919) in die drei 
Zeiträume 1808 bis 1841, 1842 bis 1863 sowie 
1864 bis 1918 aufgeteilt sind. Die zeitliche Abgren 
zung zum Teilprojekt II bildet nun das Jahr 1918 
und nicht, wie zunächst vorgesehen, das Jahr 1914. 
Die ersten Fassungen der genannten drei Kapitel la 
gen bis zum Januar 2010 vor. Im Jahr 2010 steht 
u.a. die Abfassung der Kapitel zur Entwicklung des 
Landes- und des Gemeindebürgerrechts sowie zur 
diesbezüglichen Gesetzgebung auf dem Programm. 
Dabei sollen die Ergebnisse für Liechtenstein auch 
mit den Entwicklungen in den umliegenden Staaten 
verglichen werden. 
TEILPROJEKT II: FINANZEINBÜRGERUNGEN 
IN LIECHTENSTEIN 1919 BIS 1955 
Nach der Erstellung des Archivberichts und des De 
tailkonzepts zum Teilprojekt «Finanzeinbürgerun 
gen» konnte die Quellenrecherche zu den Einzelfäl 
len im Liechtensteinischen Landesarchiv bis im No 
vember 2009 abgeschlossen werden. Dabei wurden 
insgesamt 173 Einzeldossiers aus dem Untersu 
chungszeitraum von 1919 bis 1959 gesichtet und 
ausgewertet. Im Oktober 2009 wurde mit der Nie 
derschrift der Kapitel zu den Einzelfallstudien be 
gonnen, ebenso mit der Sichtung der Landtagspro 
tokolle. 
Die umfangreiche Auswertung von Einzeldos 
siers, der bisher eingesehenen Landtagsprotokolle 
sowie der Forschungsliteratur führte unter ande 
rem zu folgenden Ergebnissen: Die Finanzeinbürge 
rung wurde zu Beginn der 1920er Jahre als eine von 
verschiedenen Massnahmen zur finanziellen Stabi 
lisierung des Landes institutionalisiert. Dabei tru 
gen die Bürgerrechtsbewerber mit ihren Anfragen 
an die liechtensteinische Regierung zur Herausbil 
dung der Finanzeinbürgerung bei. Die soziale und 
kulturelle beziehungsweise geographische Herkunft 
wie auch die Motivation der Einbürgerungsbewer 
ber veränderte sich im Verlauf des Untersuchungs 
zeitraums. Die Veränderungen liefen parallel zum 
sozialen und politischen Wandel und den damit ver 
bundenen Zäsuren. Die Einbürgerungsdossiers ge 
ben auch Einblick in die Auswirkungen der Finanz 
einbürgerung auf die Folgegenerationen. Die Haupt 
probleme, mit denen sich die Nachkommen ausei 
nanderzusetzen hatten, waren unter anderem die 
Forderung einer jährlich zu entrichtenden Neubür 
gersteuer (die bei Nichtbeachtung zu Staatenlosig 
keit führen konnte) und der Ausschluss der Neubür 
ger von Bürgernutzen und sozialer Teilhabe. 
TEILPROJEKT III: EINBÜRGERUNG 
UNTER DEM ASPEKT DER INTEGRATION 
1945 BIS 2008 
Im vergangenen Jahr stand als erstes die Erstellung 
eines detaillierten Konzepts an, das gemeinsam mit 
dem wissenschaftlichen Beirat auf Relevanz und 
Realisierbarkeit hin diskutiert wurde. Gemäss die 
sem Konzept konzentriert sich die Studie auf drei 
Untersuchungsfelder: auf die Einbürgerungpraxis 
und -normsetzung auf der Ebene des Landtags, auf 
der Ebene der Gemeinden, wobei Schaan, Eschen 
und Triesenberg berücksichtigt werden, sowie auf 
die Bedeutung von Einbürgerung und Staatsange 
hörigkeit aus der Sicht von (eingebürgerten) Bürge 
rinnen und Bürgern. 
Bis anhin wurden die relevanten öffentlichen und 
nichtöffentlichen Landtagsprotokolle bis 2008 aus 
gehoben und bis 1977 ausgewertet. Unter Beizug 
des vom Liechtensteinischen Landesarchiv erstell 
ten Findmittels zu den Einbürgerungsdossiers wur 
den die Einbürgerungen der Jahre 1945 bis 1974
        

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