REZENSIONEN 
KONFESSION, NATION UND ROM 
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Konfession, Nation und Rom 
METAMORPHOSEN IM SCHWEIZERISCHEN 
UND EUROPÄISCHEN KATHOLIZISMUS 
MARTINA SOCHIN 
Zwanzig Jahre nach seinem Referenzwerk «Katho 
lizismus und Moderne» legt Urs Altermatt mit dem 
Buch «Konfession, Nation und Rom» ein neues Buch 
zum Schweizer Katholizismus des 19. und 20. Jahr 
hundert vor, in welchem er die schweizerische mit 
einer transnationalen Perspektive verbindet und 
insbesondere auf «die komplexen Konkurrenzsi 
tuationen, Verschränkungen und Überlagerungen» 
(S. 24) von Nationalstaat und Katholizismus eingeht. 
Dass Fragen, die sich mit dem Verhältnis von Na 
tion und Religion beschäftigen, in den letzten Jahren 
an Relevanz gewonnen haben, zeigt nicht nur die 
ständig wachsende Anzahl an wissenschaftlicher 
Literatur zu diesem Thema. Auch gesellschaftspoli 
tisch zeigt sich verstärkt, dass diese beiden Fakto 
ren nicht unabhängig voneinander betrachtet wer 
den können und in vielen Bereichen hochaktuell 
sind. In erster Linie treten zu Beginn des 21. Jahr 
hunderts dabei europäische und aussereuropäische 
ethnonationale Konflikte ins Blickfeld, die in den 
meisten Fällen ein religiöses Element in sich tragen. 
In gleicher Weise wie die Einwanderungsgesell 
schaften Westeuropas in den vergangenen Jahr 
zehnten ausländische (auch nicht-christliche) Arbeits 
migranten aufgenommen haben, müssen sie sich in 
den heutigen multikulturellen Gesellschaften Ge 
danken um ein integratives Miteinander auch im re 
ligiösen Bereich machen. Nicht zuletzt betrifft das 
Begriffspaar Religion und Nation wie am Beispiel 
Liechtensteins deutlich wird, auch gesellschaftlich 
kontroverse Diskussionen wie die Entflechtung von 
Staat und Kirche. 
In seinem neuen Buch beschäftigt sich der an der 
Universität Freiburg (Schweiz) lehrende Historiker 
mit den Beziehungen und Interdependenzen zwi 
schen Religion und Nation in Europa. Altermatt 
stellt dabei fest, dass auf die Nation und den Natio 
nalstaat ausgerichtete Ideologien seit dem 19. Jahr 
hundert eine Funktion erhielten, welche im 16. und 
17. Jahrhundert der Religion zugeschrieben worden 
war. Während in der frühen Neuzeit Religion als ent 
scheidendes Element gesellschaftlicher Inklusion 
und Exklusion galt, nahmen die neu entstehenden 
Nationalstaaten im ausgehenden 19. Jahrhundert 
zunehmend diese Position ein. 
Urs Altermatt 
Konfession 
Nation und Rom 
Urs Altermatt: 
Konfession, Nation und 
Rom. Metamorphosen im 
schweizerischen und 
europäischen Katholizis 
mus des 19. und 20. Jahr 
hunderts. 
Verlag Huber, Frauenfeld, 
2009, 442 Seiten. 
CHF 58.-. 
ISBN 978-3-7193-1457-6
        

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