DER VATER HARTMANNS, DES ERSTEN GRAFEN 
VON VADUZ / HEINZ GABATHULER 
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Pfandes von 1322, aber die Burg Vaduz mit Zubehör 
wechselte nur den Pfandbesitzer. Vaduz war Gegen 
stand einer Umschuldung mit Toggenburger und 
Montforter Hilfe; immerhin war nun dieses Pfandle 
hen auf die Lebenszeit des kinderlosen Ulrich von 
Feldkirch beschränkt. Das Leibgeding dürfte bis zur 
Teilung 1342 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 zwischen Hartmann und Rudolf IV. 
nicht aufgehoben worden sein, denn der Teilungs 
vertrag hält fest, dass jeder Bruder die Pfänder in 
seiner Teilgrafschaft (in sinem tail gelegen) allein 
auslösen müsse. 
Eine Teilung hätten die Brüder jederzeit durch 
führen können, doch fehlte offenbar ein Anlass. Ihn 
bot wohl die Heirat Hartmanns mit einer Grossnich 
te Ulrichs von Feldkirch, denn die Nachkommen 
beider Brüder mussten vor gegenseitigen Ansprü 
chen geschützt werden. Das Ergebnis der Teilung 
war seit 1337 vorgegeben: Hartmann erhielt alles, 
worauf Ursula von Vaz keinen Anspruch hatte, und 
Rudolf IV. behielt die Herrschaft Sargans, womit er 
die Vazer Morgengabe versichert hatte. Der grösse 
re Teil der Grafschaft mit allen rechtsrheinischen 
Gütern und Rechten wurde zur Grafschaft Vaduz. 
Dass diese Teilung das ganze Haus Montfort-Wer- 
denberg-Sargans betraf, zeigen die beteiligten Her 
ren Albrecht I. von Werdenberg als «Chef des Hau 
ses», Abt Ulrich von Salem als Sarganser Vetter und 
Friedrich von Ried als Gefolgsmann Wilhelms von 
Tettnang. Hartmanns Verzicht auf den Stammsitz 
bei der Vazer Heirat brachte ihm bei seiner Montfor 
ter Heirat die übrige Grafschaft ein. Und mit seiner 
Heirat behauptete er auch seinen Sitz Vaduz, der mit 
dem Montforter Leibgeding belastet war. 
Hartmanns Vater Rudolf III. hinterliess keine 
deutlichen Spuren in den schriftlichen Quellen, weil 
er den Grossvater Rudolf II. nur um drei Jahre über 
lebte und weil er in keiner Urkunde als selbständig, 
sondern immer mit einem «Bruder» handelnder 
Graf von Sargans erscheint. Wohl deshalb hat die 
bisherige Literatur seine Bedeutung für die Genea 
logie der Grafen von (Werdenberg-Sargans-)Vaduz 
übersehen. 
20) 1312-1330: UBSSG II, Nr. 1069, 1076; LUB 1/5, Nr. 221, 226, 
230. 
21) 1322, 1326: LUB 1/5, Nr. 72, 219. 
22) 1304-1314: UBSSG II, Nr. 967, 1106; 1323: LUB 1/5, Nr. 65. 
23) 1322: LUB 1/5, Nr. 64; 1324: UBSSG II, Nr. 1250. 
24) 1327-1329: UBSSG II, Nr. 1275, 1287, 1299. 
25) 1317: UBSSG II, Nr. 1151 (11. November); LUB 1/5, Nr. 215, 369 
(9. November). 
26) 1337: UBSSG II, Nr. 1374, 1375. 
27) 1338, 1342: BUB V, Nr. 2629, 2705. 
28) 1338: UBSSG II, Nr. 1380, 1389. 
29) 1342: BUB V, Nr. 2716.
        

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