ten und vorübergehend in Walenstadt interniert wurden. Ihre früheren Schweizer Wohngemeinden hatten sich bereit erklärt, sie wieder aufzunehmen. Am 8. November erschien in der «Sarganserlän- dischen Volkszeitung» () ein Bericht über die trostlose Lage in Vorarlberg und Tirol und den dort herrschenden Hunger, doch schon drei Tage später wurde im  der Regierungsrat des Kantons St. Gallen zitiert, der versicherte, dass die Ordnung in Vorarlberg gewährleistet und von weiteren zu- rückströmenden Truppen nichts zu befürchten sei.6 Anfang Dezember wurde der Postverkehr nach dem Fürstentum und Österreich wieder aufgenom- men.7 Die Lage an der Grenze normalisierte sich. 
DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE IM HERRST 1918 DIE SCHWEIZERISCHE WIRTSCHAFT WÄHREND DES ERSTEN WELTKRIEGES Seit dem Kriegseintritt Italiens 1915 war die Schweiz von kriegsführenden Mächten umschlos- sen. Angesichts der grossen Abhängigkeit von Roh- stoffen (vor allem Kohle) und Nahrungsmitteln aus dem Ausland musste die Schweiz Mittel und Wege finden, den Handel mit den beiden Kriegsparteien aufrechtzuerhalten. Der Preis dafür bestand in der Zulassung von rigorosen Wirtschaftskontrollen sei- tens der Mittelmächte und der Entente.8 Die Einfuhren der Schweiz wurden gekürzt und somit teuer. «Eine nennenswerte kriegswirtschaftli- che Vorbereitung, etwa eine Preiskontrolle und ein Rationierungssystem, bestand jedoch nicht, sodass die Teuerung ungehemmt auf die Konsumenten ab- gewälzt werden konnte. Erst 1917 wurden einzelne Lebensmittel rationiert was den weiteren Preis- auftrieb nicht verhinderte».9 Von der Situation hart betroffen waren die Lohn- abhängigen. Entwickelte sich der Preisindex von 1914 bis 1918 von 100 auf 204, so stieg der Lohnin- dex nur von 100 auf 162. Zudem erhielten die aufge- botenen Wehrmänner keine Entschädigung für ih- ren Lohnausfall und nur einen Tagessold von zwei Franken. Von der Lage profitierten diejenigen Zweige der schweizerischen Exportwirtschaft, die kriegswichti- ge Produkte herstellten. Auch die Bauern sahen zu- frieden die Lebensmittelpreise steigen. Diese waren bei Kriegsende mehr als doppelt so hoch wie zu Kriegsbeginn.10 DIE ALLGEMEINE WIRTSCHAFTSLAGE IM HERBST IN DEN BEZIRKEN SARGANS UND WERDENBERG In den beiden ländlichen Bezirken mit einem bäuer- lichen Anteil zwischen etwa 34 Prozent (Sarganser- 94
        

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