Kartoffel 2lnforberung t>on jfcvm (grau) ^fg^^ • £aut Derorötturtg bet £an&esregierurtg traben Sic von Jf.Jrfe .. ar abliefenmgspflicbiigert Startoffel-SlnpflrtnäUMfjeu je ßilo, bas ftrtö jufammen kg Speiferartoffelrt am j^nt^r: beim So!), vstfjmtö, E>orfter;er. Ürutf oon £. Scusaruber, ^etbfttdj. grössten Versorgungsprobleme bestanden bei der Beschaffung von Getreide, Mehl, Brot und Milch. Um diese Probleme zu verhindern bzw. zu beschränken, wurden Bezugskarten eingeführt und es kam zu Ra- tionierungen aber auch zu Qualitätsminderungen der Produkte.110 Der Nahrungsmittelmangel führte im Sommer 1918 schliesslich zu Demonstrationen und Streiks der Dornbirner Fabrikarbeiterschaft.111 Die Verhältnisse wurden im Herbst 1918 nach dem Zusammenbruch der Monarchie noch viel schlimmer, da die Nahrungsmittelzufuhr aus Ost- österreich und Deutschland fast zur Gänze aufhörte. Die Vorarlberger Ernte des Jahres 1918 reichte für die 130 000 Menschen des Landes nur für 33 Tage.112 Es ist daher kein Zufall, dass am selben Tag der Vorarlberger Unabhängigkeitserklärung, am 3. November, der Landtag einen Ernährungsaus- schuss einsetzte und der sich konstituierende Land- tag es als seine wichtigste Aufgabe ansah, «die Er- nährung unseres Volkes zu sichern», wohl wissend, dass damit die Aufrechterhaltung von «Ordnung und Ruhe» verknüpft war.113 Der Mangel an Mehl erwies sich Mitte November 1918 als katastrophal: Weder von Wien, noch von Deutschland waren Mehllieferungen zu erwarten, doch für die vierzehntägige Versorgung der Bevöl- kerung benötigte man die Zufuhr von 44 Eisenbahn- waggons. Die Lage verschlimmerte sich, als zusätz- lich 20 000 Soldaten heimkehrten. Die einzige «Lö- sung» war die schmerzliche Kürzung der Brotkar- ten um 40 Prozent und die Kontaktaufnahme mit 
DIE ANFÄNGE DES SELBSTSTÄNDIGEN VORARLBERG GERHARD WANNER Amtliche Aufforderung an die Geschwister Hartmann in Einlis zur Ablieferung der vorgeschriebenen Kartoffelmenge, Oktober 1919. der Schweiz.114 Anfang Dezember 1918 hatte sich die Lage entspannt, als Mehllieferungen aus der Schweiz, und wesentlich billiger aus Deutschland, einlangten.113 Neben Brot war das zweite Hauptnahrungsmittel die Kartoffel. Aber auch mit diesem Nahrungsmittel stand es äusserst schlecht. Um ein wenig Abhilfe zu schaffen, hatten die Landesbehörden im Frühjahr 1918 eine Anbaupflicht festgesetzt: jeder, der Boden 99) 3. La, 3. Dezember 1918, S. 60 f. 100) 3. La, 3. Dezember 1918, S. 33. 101) 3. La, 3. Dezember 1918, S. 36 f. und 61. 102) 2. La, 9. November 1918, S. 21. 103) W, 4. Dezember 1918. 104) Kirisits Thomas, S. 116-118. 105) W, 17. November 1918. 106) 3. La, 3. Dezember 1918, S. 44 f. 107) W, 3. Dezember 1918. 108) 3. La, 3. Dezember 1918, S. 19. 109) Wolf, S. 27 f. 110) Kirisits Stefan, S. 98-102. 111) Bundschuh, S. 36. 112) 3. La, 3. Dezember 1918. S. 15. 113) Wolf, S. 15. 114) 2. La, 9. November 1918, S. 9. 115) 3. La, 3. Dezember 1918, S. 15 f. 85
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.