und ignorieren Hessen, nahm das Sprachrohr der Christlichsozialen, das «Vorarlberger Volksblatt», dazu Stellung. Ein staatspolitischer Anschluss an die Schweiz wurde jedoch abgelehnt, stattdessen plä- dierte man für einen «Zollanschluss». Aber auch ein solcher würde nicht einfach zu bewerkstelligen sein.37 Und mit Riedmann wollten die Christlichso- zialen vorerst schon gar nichts gemeinsam, war er doch in ihren Augen ein Verräter, da er am «alten Österreich nichts Gutes ließ» und sogar die unglaub- liche und bösartige Behauptung aufstellte, «in die- sem Krieg habe das Recht gesiegt».38 Schützenhilfe erhielten die Konservativen von ih- rem Koalitionspartner in der Landesregierung, den Sozialdemokraten. Auch sie waren nach anfängli- chem Wohlgefallen an einem Anschluss an die Schweiz nun strikte dagegen und votierten für Deutschland. Die Parteielite stützte sich auf eine «Entschließung» einer 400 Personen starken Eisen- bahnerversammlung, die sich am 27. November in Feldkirch traf und sowohl die Hinwendung zur Schweiz als auch eine «selbständige Alpenrepublik» (Vorarlberg) kategorisch ablehnte.39 Argumentiert wurde damit, dass sich die Bundesregierung für Deutschland ausgesprochen habe und die Schweiz ein «Nationalitätenstaat» sei, und mit einem sol- chen habe man schon in Zeiten der Monarchie 26) Rainer, S. 78. 27) W, 10. November 1918, sowie 3. La, 3. Dezember 1918, S. 20. 28) Rainer, S. 77. 29) Ebenda, S. 79. 30) VLZ, 26727. November 1918. 31) Bachmann, S. 66. 32) Bilgeri, S. 8. 33) Wanner 1999, S. 13. 34) VW, 8. November 1918. 35) W. 9. November 1918. 36) Witzig, S. 30. 37) W, 22728. November 1918. 38) W, 29. November 1918. 
DIE ANFÄNGE DES SELBSTSTÄNDIGEN VORARLBERG GERHARD WANNER Ferdinand Riedmann (1886- 1968), Lehrer aus Lustenau, bekanntester Agitator für einen Anschluss Vorarlbergs an die Schweiz. 39) VW, 27. November 1918. 69
        

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