Zum Kriegsende hin und auch noch die Jahre danach war der Grenzver- kehr zwischen Liechten- stein, der Schweiz und Österreich stark reglemen- tiert und eingeschränkt. Das veranschaulicht diese Doppelseite aus dem Rei- sepass der Rosina (Rosa) Jäger(1889-1975)aus Mauren. für in Liechtenstein ansässige Personen, welche nach einem Grenzverkehr nach Vorarlberg in die Schweiz ausreisen wollten. Solchen Personen war eine Weiterreise in die Schweiz erst nach zehn Ta- gen Aufenthalt in Liechtenstein gestattet. Wer diese Vorschrift nicht beachtete, dem drohte als Strafe der Ausschluss vom Grenzverkehr. Diese Vorschrift eines Zwangsaufenthaltes wurde als Kontumaz, was auch mit Quarantäne gleichge- setzt werden kann, bezeichnet. Die Sperre von zehn Tagen hatte militärische Gründe. Es sollte dadurch verhindert werden, dass kriegswichtige aktuelle In- formationen über Frontverhältnisse, Truppenbewe- gungen etc. weitergegeben wurden. Auch sollten da- mit eventuelle nachrichtendienstliche Tätigkeiten erschwert werden. Diese Kontumazvorschrift wirkte sich auch für liechtensteinische Schüler und Studenten in Öster- reich nachteilig aus. Wollten diese bei Semesterende nach Hause reisen, unterstanden sie ebenfalls die- ser zehntägigen Quarantäne, bevor sie die Grenze nach Liechtenstein überschreiten konnten. 
VIEHEXPORT Der Viehhandel, vor allem der Viehexport, hatte schon während des Krieges immer wieder Kontro- versen hervorgerufen. Einerseits wollten die Vieh- züchter die Tiere möglichst gewinnbringend abset- zen, andererseits wollte der Staat durch Einschrän- kung der Exportquote, durch die Festsetzung von Höchstpreisen und durch die Einrichtung der so ge- nannten «Zentralen» die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung sicherstellen.62 Der Viehexport wurde auch wiederholt im Land- tag diskutiert. So war in der Sitzung vom 12. Novem- ber 1918 - Martin Ritter vertrat die Regierung als Vorsitzender des Vollzugsausschusses - die Viehlie- ferung nach Vorarlberg auf die Tagesordnung ge- setzt. Landtagspräsident Friedrich Walser infor- mierte, dass Verhandlungen mit dem Vorarlberger Landesrat ergeben hätten, dass Vorarlberg wegen Geldknappheit in Zahlungsschwierigkeiten sei und deshalb auch der bisher von Liechtenstein erhobene Zuschlag auf Exportvieh wegfallen müsse.63 In der 38
        

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