fflurjeinganB jum ©d)toft $ofcen(ie(f)tenftciu stürmischen Zeiten hochgezogen wurde und dem Feind den Eintritt in die Burg verwehrte. Auch die rauflustigen Appenzeller haben dereinst ihre über- schüssige Kraft an der Burg Liechtenstein erprobt, das war im Jahre 1499. (Siehe Appenzellisches Ur- kundenbuch, Seite 656). Heute enthält das Schloss wieder Wohnräume für fürstliche Besuche und viele Sehenswürdigkeiten, vornehmlich Sammlungen von Kriegsgerät, das in gleich erlesener und sachkundi- ger Zusammenstellung und Vollständigkeit kaum anderwärts zu finden ist. Neben dem Kriegsgerät bergen die Sammlungen aber auch erlesenste Kunst- werke. Die in grandiosen Formen gehaltenen Flure, Erker, Kemenaten, Zimmer und Säle sind zu einem grossen, überaus wertvollen Museum ausgebaut. Die Burg wird durch das äussere Burgtor betreten, hinter dem der Burggraben hegt. Der gewaltige Bergfried, im Volksmund «Heidenturm» genannt, beherrscht den innern Burghof und enthält u. a. auch das einstige Burgverlies, darin manch armer Teufel geschmachtet und nach der goldenen Frei- heit gelechzt haben mag. Bemerkenswert sind fer- ner das alte Herrenhaus, der «Pallas», der zu ebener Erde die Schlosskapelle birgt, der West- und der go-tische 
Ostbau. Der Nordbau ist der älteste Teil der Burg. Das Rondell, das in Mauerstärke bis zu 4 Me- ter erbaut ist, verleiht durch seine Schiessscharten dem Schloss einen festungsartigen Charakter. Schloss Hohen Liechtenstein hat im Schloss Gu- tenberg, das sich auf einem einsam der Rheinebene entsteigenden Rundhügel erhebt, einen Rivalen er- halten. Es ist ein wahres Bijou und erfreut das Herz jedes Altertumfreundes. Schon seine Lage inmitten der düster gewaltigen Alpenhintergründe ist einzig- artig, und nicht minder die Aussicht, die es über das ganze Fürstentum hinweg, nach der Luziensteig hi- nauf und über den Rhein ins Sarganserland ge- währt. Unerreicht steht wohl da der Geschmack und das geschichtliche Verständnis, das der Schlossherr, Bildhauer Egon Rheinberger, bei seiner Wiederher- stellung an den Tag gelegt hat. Vor einem Jahrzehnt noch lag es in Trümmern, aber neues Leben blühte aus den Ruinen, jetzt ist das Schloss als mittelalterli- che Ritterburg zu neuer Pracht erstanden. Bis in die kleinsten Einzelheiten aussen und innen ist der Wie- deraufbau durchgeführt worden. Hier umfängt ei- nen ganz und echt das herbe, aber doch so kunst- und gemütvolle Mittelalter. Da stellen geschichtliche 304
        

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