TÄTIGKEITEN TEILPROJEKT II: FINANZEINBÜRGERUNGEN IN LIECHTENSTEIN 1914-1955 GESAMTPROJEKT Die ersten sechs Monate zwischen Februar und Juli 2008 galten der Vorbereitung und Planung des Pro- jekts. Die Projektleiterin entwarf Arbeitsverträge und Pflichtenhefte, erarbeitete einen detaillierten Zeitplan und arbeitete sich in die Geschichte Liech- tensteins und den Forschungsstand ein. Im Juni traf der Wissenschaftliche Beirat erstmals zusammen (vgl. S. 251). Zwischen August und November 2008 nahmen die Forschungsbeauftragten ihre Arbeit auf. In drei Teamworkshops wurden inhaltliche Fra- gen diskutiert und das weitere Vorgehen geplant. Im Oktober fand überdies ein gemeinsamer Besuch im Landesarchiv und im Liechtenstein-Institut statt. TEILPROJEKT I: EINBÜRGERUNGEN UND EINBÜRGERUNGSPRAXIS IN LIECHTENSTEIN IM 19. UND FRÜHEN 20. JAHRHUNDERT Im ersten Teilprojekt steht die Frage nach der Ent- wicklung und Bedeutung des Liechtensteiner Ge- meindebürgerrechts im Zentrum. Dessen Erwerb sicherte den Einwohnerinnen und Einwohnern ei- ner Gemeinde wichtige Nutzungsrechte am Boden und schuf damit eine Lebensgrundlage. Darüber hi- naus soll die Entwicklung des Liechtensteiner Bür- gerrechts zwischen 1800 und 1914 in einen interna- tionalen Kontext gestellt werden. Klaus Biedermann begann im August 2008 mit der Arbeit zum Teilpro- jekt I. Zuerst verschaffte er sich einen Überblick zu der in Liechtenstein publizierten Literatur zum The- ma «Einbürgerungen» und den aktuellen For- schungsergebnissen zur Geschichte der Staatsbür- gerschaft im deutschsprachigen Raum. Im Liechten- steinischen Landesarchiv sowie im Gemeindearchiv Eschen sichtete Klaus Biedermann erste Quellen zu Einbürgerungsfragen. Zudem verfasste er einen Über- blick zum Forschungsstand (mit Bibliographie), eine Zusammenstellung zur Geschichte Liechtensteins im 19. Jahrhundert sowie einen Archivbericht. 
Das zweite Teilprojekt umfasst die im Zeitraum von 1914 bis 1955 vom Fürstentum Liechtenstein prak- tizierten sogenannten Finanzeinbürgerungen. Der Einkauf ins liechtensteinische Staatsbürgerrecht mittels sehr hoch angesetzter Gemeinde- und Lan- destaxen bedeutete für den liechtensteinischen Staat über einen Zeitraum von rund vier Jahrzehn- ten eine wichtige Einnahmequelle. Zur Zeit des Na- tionalsozialismus Hessen sich zunehmend jüdische Personen auf diese Art einbürgern. Das Teilprojekt fokussiert auf den von dieser Praxis betroffenen Per- sonenkreis und zeichnet die Entwicklungslinien die- ser Einbürgerungsform nach. Die Historikerin Ni- cole Schwalbach übernahm am 1. Oktober 2008 die- sen Forschungsauftrag. Nach der Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes sowie einer bibliogra- phischen Übersicht werden aktuell die Quellenbe- stände des liechtensteinischen Landesarchivs zum Thema untersucht. TEILPROJEKT III: EINBÜRGERUNG UNTER DEM ASPEKT DER INTEGRATION VON DER MITTE DES 20. JAHRHUNDERTS BIS ZUR GEGENWART Das dritte Teilprojekt widmet sich der jüngeren Ent- wicklung der Einbürgerungsnormen und -praxis. Diese lässt sich zeitlich und thematisch in drei Pha- sen unterteilen: der Verabschiedung vom Institut der Finanzeinbürgerung (1945-1960), der bürger- rechtlichen Gleichstellung von Frau und Mann (1974, 1984, 1986, 1996/97) sowie der Integration «alteingesessener» Ausländerinnen und Ausländer in den liechtensteinischen Staatsverband durch Einbürgerung im ordentlichen und/oder seit 2000 im erleichterten Verfahren. Am 1. November 2008 nahm Veronika Marxer die Untersuchung zu diesem Fragenkomplex auf. Nach bibliographischen Arbei- ten und der Klärung des Forschungsstandes steht derzeit die Bearbeitung der relevanten Quellenbe- stände an, die sich, wie erste Archivrecherchen zei- 252
        

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