chen Zahlungen befreit war.38 Da die Herrschaften Vaduz und Schellenberg jedoch nur zirka 6500 Gul- denjährlichen Ertrag brachten, mussten die fehlen- den Geldbeträge bei Kreditgebern aufgenommen werden. Bedingt durch die hohen Zinsen erreichten die Schulden in kurzer Zeit Beträge, die die Belastung der Güter des hohenemsischen Fideikommisses notwendig machte. Die Kinder Jakob Hannibals IL, Karl Friedrich und Franz Wilhelm, schrieben be- reits 1649 bei Antritt ihrer Erbschaft an den Kaiser, also schon zehn Jahre nach der Errichtung des Tes- taments von Kaspar von Hohenems, dass sie auf- grund des Veräusserungsverbotes ihres Fideikom- misses betreffend ihre Besitzungen, ihre Gläubiger nicht mehr bezahlen konnten. Sie ersuchten den Kaiser Ferdinand III. um die Erlaubnis, die Güter des Fideikommisses zur Bezahlung ihrer Schulden belasten zu dürfen.39 Daraufhin beauftragte der Kai- ser den Bischof Franz Johann von Konstanz, den Grafen Hugo zu Montfort und die Stadt Überlingen, eine Kommission einzurichten, die die Schulden der Grafen von Hohenems und die hohen Forderungen ihrer Kreditgeber untersuchen sollte.40 
AUSWIRKUNGEN DES CAMINO ESPANOL AUF DIE BEVÖLKERUNG Die vielen Truppendurchzüge und die sich wieder- holenden Winterquartiere bedeuteten für die Unter- tanen in den hohenemsischen Gebieten grosse fi- nanzielle Belastungen. Die Einwohner waren ver- pflichtet, Soldaten in ihren Häusern aufzunehmen und zu verköstigen.41 Ausserdem konnten bei dis- ziplinaren Missständen in kaiserlichen und spani- schen Regimentern die Innsbrucker Behörden und der Landesfürst nur schwer eingreifen.42 Die Versor- gungslage der Regimenter war abhängig von den Kriegsherren. Die hohenemsischen Regimenter wa- ren berüchtigt, ihre spanischen und italienischen Soldaten nur schlecht zu versorgen. Diese Soldaten versuchten dann ihre Defizite bei der Bevölkerung abzudecken.43 Die Winterquartiere waren ausgesprochen teuer für Söldnerführer. Im Fall von Vaduz und Schellen- berg kostete ein einziges Winterquartier mehr als das 20-fache der jährlichen Steuern, die die Bevöl- kerung zu bezahlen hatte.44 Ab 1622 führte das nicht nur allein zur Verschuldung der Landesherren sondern auch der Bevölkerung, die das Geld vor- strecken musste. Im Erb folgekrieg von Mantua, im Französischen Krieg und in den Türkenkriegen ab der Mitte des 17. Jahrhunderts konnte die Bevölke- rung diese Steuern nicht mehr bezahlen, weil ihre Gelder bereits im Dreissigjährigen Krieg für die Winterquartiere aufgebraucht worden waren.45 Der Bischof von Chur beschwerte sich beim Kaiser, dass die hohenemsischen Territorien im Rheintal mit Truppendurchzügen und Winterquartieren viel mehr, als andere Orte im Heiligen Römischen Reich belastet worden waren, und dass eben diese Durch- züge zum Ruin der Bevölkerung und der Territorien beigetragen hatten.45 Die immer grösser werdenden Schulden in den hohenemsischen Gebieten führten auch zu ver- mehrten Konflikten innerhalb der Bevölkerung und zwischen der Bevölkerung und ihren Landesherren. Im Jahr 1652 suchte die Judengemeinde von Ems wegen der immer höheren Schutzgeldzahlungen an die Grafen von Hohenems beim Reichshofrat um 194
        

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