DER EINFLUSS SPANIENS AUF DIE HERRSCHAFTEN VADUZ UND SCHELLENBERG / KATHARINA ARNEGGER DER AUFSTIEG DER FAMILIE HOHENEMS AUF DEM CAMINO ESPANOL Die Geschichte der Familie Hohenems, ursprünglich Ems, seit dem 12. Jahrhundert in den Tiroler Vor- landen an der Grenze zur Schweizer Eidgenossen- schaft ansässig, haben Ludwig Welti5 undTilman M. Schröder6 bereits ausgiebig dokumentiert. In Bezug auf Spanien war bedeutend, dass es den Hohenems im 16. und 17. Jahrhundert gelang, wichtige Heerstrassen und Gebirgspässe nach Oberitalien zu kontrollieren und für kaiserliche und spanische Truppen freizuhalten. Im 16. Jahrhun- dert hatte es die Familie bereits durch langjährige kaiserliche Dienste zu Wohlstand und Ansehen ge- bracht und konnte somit ihre wichtige Stellung im Rheintal in den Österreichischen Vorlanden weiter ausbauen. Sie erwarben zu ihrem Stammlehen Ems den Reichshof Lustenau, die Herrschaften Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz, und viele andere. So gelang es ihnen bald wichtige Teile im Rheintal Richtung Norden zu kontrollieren. Dabei waren sie wichtige Gefolgsleute für die Habsburger in der Grenzsicherung am rechten Rheinufer zur Schwei- zer Eidgenossenschaft, die auf der linken Seite des Rheins begann. Auf diese Weise erlangten die Ho- henems die Verleihung der Hohen Gerichtsbarkeit und die Umwandlung ihrer Territorien in erbliche, reichsunmittelbare Lehen, womit sie ihre Unabhän- gigkeit gegenüber mächtigeren Reichsfürsten, wie den Habsburgern, weiter ausbauen konnten. Ihr Aufstieg in den Grafenstand erfolgte im 16. Jahr- hundert, nachdem sich einige Familienmitglieder wie zum Beispiel Merk Sittich I. von Hohenems für Kaiser Karl V. als Landknechtsführer ausgezeichnet hatten.7 Als weitere Strategie zur Abwendung einer habsburgischen Abhängigkeit in ihren Ländern tra- ten diese vorderösterreichischen Adelsfamilien dem Schwäbischen Ritterbund vom St. Georgsschild bei und richteten ihre Heiratspolitik zuerst einmal auf den Schwäbischen Adel aus.8 Durch diese eng gesetzten Grenzen zwischen den Schweizer Eidgenossen und der habsburgischen Expansionspolitik suchte die Familie Hohenems je- doch bald in Italien und Spanien nach weiteren Auf-stiegsmöglichkeiten. 
Merk Sittich I. von Hohenems knüpfte als Landknechtsführer Anfang des 16. Jahr- hunderts bereits enge Beziehungen zum Haus der Sforza, den Herzögen von Mailand.9 Gleichzeitig verheirateten sich einige Familienmitglieder der Hohenems im italienischen Hochadel. Merk Sittichs Sohn, Wolf Dietrich, heiratet 1529 Clara von Medici, die Mutter von Jakob Hannibal I. von Hohenems.10 Diesen italienischen Beziehungen verdankte die Fa- milie Hohenems 1560 die Erhebung in den erbli- chen Reichsgrafenstand, denn der Onkel Jakob Hannibals L, Angelo de Medici wurde 1559 zum Papst gewählt.11 Weil sich die Verbindungen der Fa- milie Hohenems zum italienischen Hochadel somit als besonders erfolgversprechend erwiesen, heira- tete Jakob Hannibal I. 1565 Hortensia Borromeo di Arona. Diese Verbindung wurde durch den Onkel Jakob Hannibals I, Papst Pius IV, initiiert und brachte Jakob Hannibal gleichzeitig das Amt des Generalkapitäns des Kirchenstaats.12 5) Welti, Ludwig: Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau. In: Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. Hrsg. Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein. 4. Band. Innsbruck, 1930. - Derselbe: Graf Jakob Hannibal I. von Hohenems. Innsbruck, 1954. - Derselbe: Graf Kaspar von Hohenems 1673-1640. Ein adeliges Leben im Zwiespal- te zwischen friedlichem Kulturideal und rauer Kriegswirklichkeit im Frühbarock. Innsbruck, 1963. - Scherling, Simoneita: Markus Sittikus III. (1533-1595). Vom deutschen Landsknecht zum römi- schen Kardinal. Konstanz, 2000. 6) Schröder, Tilman M.: Die Grafen von Hohenems im 16. und 17. Jahrhundert. In: Liechtenstein - Fürstliches Haus und staatliche Ordnung. Hrsg. von Volker Press und Dietmar Willoweit. München, Wien, 1988, S. 163-188. 7) Welti, Ludwig: Merk Sittich und Wolf Dietrich von Ems. Dornbirn, 1952, S. 7. 8) Ebenda, S. 8. 9) Ebenda, S. 9-11. 10) Ebenda, S. 57. 11) Welti, Ludwig: Graf Jakob Hannibal I. von Hohenems 1530-1587. Ein Leben im Dienste des katholischen Abendlandes. Innsbruck, 1954, S. 30 f. undS. 41 f. 12) Mascher, Daniel Karl: Hortensia Gräfin von Hohenems tmd Gallarta und die Gegenreformation in Vorarlberg. Ungedruckte Diplomarbeit. Innsbruck. 1998. S. 5 f. 187
        

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