JOHANN NIKOLAUS VON BRANDIS, GENANNT HANS NICK, ZIRKA 1470 BIS 1517 / KARL HEINZ BURMEISTER IN DIENSTEN KÖNIG MAXIMILIANS 1498 Im Frühjahr 1498 wurden die Dienste Hans Nicks gegenüber dem König auf eine neue Basis gestellt. Mit einer in Ulm am 11. Mai 1498 ausgestellten Ur- kunde versprach Hans Nick für einen jährlichen Sold von 60 Gulden mit zwei gut gerüsteten Pferden und Knechten dem König gegen jedermann zu die- nen. Am 28. Juli 1498 wurde in Freiburg im Breis- gau, wo zu dieser Zeit ein Reichstag stattgefunden hat, in der Hofkammer darüber verhandelt, dass Hans Nick mit zwei gerüsteten Pferden vom König zum Diener von Haus aus bestellt werde.62 Für die- sen Dienstbrief sollte bei der ersten Soldzahlung die Kanzleitaxe von sechs Gulden einbehalten wer- den.63 NICHT VOGT ZU FELDKIRCH 1499 Während des Schwabenkrieges soll Hans Nick an- geblich österreichischer Vogt zu Feldkirch gewesen sein. Auch in dieser Frage vermochte sich Bütler nicht zu entscheiden.64 Tatsächlich lässt sich in die- sem Fall jedoch sehr eindeutig sagen, dass zu dieser Zeit Hans von Königsegg Vogt zu Feldkirch war, so- dass für Hans Nick kein Platz für dieses Amt war, es sei denn, als Untervogt. Wir können aber auch diese Möglichkeit ausscheiden, denn ganz offensichtlich wurde eine Quelle missverstanden. In einem be- rühmten und viel zitierten Bericht über die Schlacht bei Frastanz vom 20. April 1499 heisst es: «Und die will die Schlacht beschehen ist, haben der vogt von Veldkirch, Hans Nigg von Brandis, und etlich raisig mer enent der YU nebend dem stäg uff den wissen gehalten, zugeluogt».65 Hier wurde in unzulässiger Weise Hans Nick auf den Namen des nicht nament- lich genannten Vogtes von Feldkirch [Hans von Kö- nigsegg] bezogen. Die richtige Lesart lautet aber nicht «der Vogt zu Feldkirch Hans Nigg von Bran- dis», sondern «der Vogt zu Feldkirch [Hans von Kö- nigsegg] und Hans Nigg von Brandis». Zu dieser Zeit bildeten Hans von Königsegg und Hans Nick ein wiederholt gemeinsam handelndes Gespann, etwa bei der Flucht aus Maienfeld im Februar 1499.66 
Schon Ulrich Campell, der die Handschrift kann- te, hat diese Stelle falsch gelesen und damit «Joan- nes Nicolaus Brandisius» fälschlich 
zum Sanpe- triensium procurator (Feldkircher Vogt)67 gemacht, ein Irrtum, der sich in der Folge bis auf Bütler fort- gepflanzt hat. Hans Nick ist daher für immer aus der Liste der Feldkircher Vögte oder auch Untervögte zu streichen. 51) Gemeindearchiv 
Triesen \3 1 (, zit. nach LUB II digital 1494 Juni 2: Auszug bei Büchel, Johann Baptist, Geschichte der Pfarrei Triesen. In: JBL 2 (1902), S. 1-296, hier S. 174. 52) Kaiser (wie Anm. 8), Band 1, S. 348. 53) Ospelt, Joseph: Landammänner-Verzeichnis und Landammän- ner-Siegel. In: JBL 40 (1940). S. 37-68; vgl. Frommelt, Fabian: «... darauf hab ich ylentz ain Gemaindt jn der herschafft Schellenn- berg zusamenn beruefft...». Zu den Gerichtsgemeinden Vaduz und Schellenberg 1350-1550. Lizentiatsarbeit Universität Zürich 2000, Anhang 2. 54) Frommelt (wie Anm. 53). Anhang 2, A. 55) Bütler (wie Anm. 2), S. 121, Anm. 2. 56) Frommelt (wie Anm. 53). Anhang 2 (mit Nachweisen für 1452. 1456 und 1458); Liesching. Walther P. und Vogt, Paul: Die Siegel in den Archiven des Fürstentums Liechtenstein. In: JBL 85 (1985), S. 7- 213, hier S. 69. 57) Bütler (wie Anm. 2), S. 106. 58) TLA, Kopialbücher Serie IL Band R, S. 84, zit. nach LUB II. Urkunde 1495 April 23; Bütler (wie Anm. 2), S. 121, Anm. 2. 59) TLA, Kopialbücher Serie II, Band R, S. 88, zit. nach LUB II, Urkunde 1495 Juni 13; Bütler (wie Anm. 2), S. 121, Anm. 2. 60) HHStA Wien, ma 4b, Bl. 213, zit. nach Regesta Imperii online, sub dato, sowie Böhmer (wie Anm. 29), Band XIV/2/1, S. 205, Nr. 5223. 61) Büchi, Albert: Ein Mailänder Pensionsrodel von 1498. In: Anzei- ger für schweizerische Geschichte NF 9 (1910/13), S. 252, Nr. 28. 62) TLA I Nr. 5119, Bd. R, S. 88. zit. nach LUB II, Urkunde 1495 Mai 11; Thommen (wie Anm. 28), Band 5, S. 315, Nr. 314 (Auszug). 63) Hofkammerarchiv Wien, Gedenkbücher IV, 138, zit. nach Regesta Imperii online, sub dato, sowie Böhmer (wie Anm. 29), Band XIV/2/1. S. 411, Nr. 6500. 64) Hofkammerarchiv Wien. Gedenkbücher IV, 210, zit. nach LUB II. sub dato 1498 September 19 ca., zit. nach Böhmer (wie Anm. 29), Band XIV/2/1, S. 743, Nr. 8868. 65) Bütler (wie Anm. 2), S. 12 1, Anm. 2. 66) Jecklin, Constanz: Die Acta des Tirolerkriegs nach der ältesten Handschrift (Beilage zum Kantonsschulprogramm pro 1898/99). Chur, 1899, S. 20. 67) Ebenda, S. 7 f. 169
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.