laubt sein, soviel Vieh auf die Alpe Valüna zu stellen wie dies demjenigen Nachbar, der das meiste Vieh auftreibe, zustehe, aber nicht mehr; zudem sollte er sich wie jeder andere Alpgenossen an den Sennen- und Alpkosten beteiligen. Zu dem endgültigen Ur- teilspruch am 30. Juni 1493 vor dem Gericht zu Rankweil waren anstelle und im Namen ihres Bru- ders Ludwig Sigmund II. von Brandis und Hans Nick erschienen. IN DIENSTEN DER FREIHERREN VON RRANDIS 1493 Bei dem oben geschilderten Prozess vor dem Land- gericht Rankweil um Alprechte erscheint Hans Nick spätestens seit Juni 1493 als Diener der Herren von Brandis, das heisst seiner Brüder Ludwig und Sig- mund IL, die Landesherren über Vaduz, Schellen- berg und Blumenegg waren. LANDVOGT ZU VADUZ 1494 In dieses Bild fügt sich sehr gut ein, dass am 2. Juni 1494 in Ragaz ein Hans Brandis als Vogt zu Vaduz in einem Wuhrstreit zwischen Gretschins/Wartau und Triesen siegelt.51 Kaiser führt ihn unzutreffend in der Liste der Landammänner von Vaduz;52 denn Landammann von Vaduz war 1493 und 1494 (und noch 1497) Jörg Weinzirl.53 Der genannte Hans Brandis nennt sich selbst Vogt und nicht Ammann. Fabian Frommelt hat auf diese Tatsache hingewie- sen.54 Bütler, der statt 1494 wohl irrtümlich 1495 schreibt, hat offen gelassen, ob dieser Hans Brandis mit Hans Nick identifiziert werden kann.55 Da aber Hans Brandis sonst nirgends auftaucht, man aber wohl davon auszugehen hat, dass ein Landvogt eine gewichtige Persönlichkeit ist, deren Nennung man in den Quellen nicht nur einmal erwartet, so liegt ei- gentlich nichts näher, als Hans Brandis mit Hans Nick gleichzusetzen. Bereits in den Jahren 1452- 1458 war ein Burckhard Brandisser Landvogt zu Vaduz,56 ein lediger Sohn des Freiherrn Wolfhart V. von Brandis.57 Illegitime Söhne wurden von den 
Grafen von Montfort und Werdenberg oder auch den Freiherrn von Brandis häufig als Landvögte ein- gesetzt, da man ihnen besonderes Vertrauen entge- genbrachte und sie «standesgemäss» versorgt wis- sen wollte. IN DIENSTEN DES KÖNIGS IN ITALIEN 1495 RIS 1497 Am 23. April 1495 erging ein Befehl König Maximili- ans I. an viele Grafen, Herren und Diener, darunter auch Hans Nick, sich beim ersten Militäraufgebot zu stellen.58 Am 13. Juni 1495 erhielt Hans Nick den Befehl, sich am 8. Juni 1495 (sie!) in Trient zum Zu- zug zu Herzog Ludwig von Mailand zu stellen.59 Am 29. August 1497 wies Maximilian aus Steinach (Ti- rol) die Schatzkammer an, mit Hans Nick für die in Italien geleisteten Dienste und ein Darlehen abzu- rechnen und ihn anschliessend heimziehen zu las- sen.60 IN MAILÄNDISCHEN DIENSTEN 1495 Hans Nick erscheint aber noch 1498 in einem Mai- länder Pensionsrodel, und zwar unter jenen Pensio- nären, die nicht zu Gegenleistungen verpflichtet wa- ren: «sequuntur illi quibus constituta est pensio sine onere» (es folgen jene, denen eine Pension ohne Last eingerichtet wurde). Es folgen die Namen und Be- träge, darunter «Nicolaus de Prandis, Grisanus, ad beneplacitum fl. 50» (Nikolaus von Brandis, ein Graubündner, auf Wohlgefallen, 50 Gulden).61 Der Herzog von Mailand wollte offenbar Hans Nick als einen in Graubünden lebenden Kriegsmann zu ei- ner freundlichen Haltung gegenüber Mailand ver- pflichten. Man kann daraus entnehmen, dass Hans Nick sich eines gewissen Rufs als erfolgreicher Kriegsmann erfreute, mit dem man nicht in Konflikt geraten wollte. 168
        

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