bezeichnen liess,4 auch wenn er sich gelegentlich Hans Nick lediger von Brandis5 nannte. Placid Bütler nimmt Hans Nick nur beiläufig zur Kenntnis.6 Immerhin führt er ihn in der Stammtafel der Freiherren von Brandis als «unehelich» auf,7 während er von Peter Kaiser8 in der Stammtafel übergangen wird. Die Stammtafel von Josef Grab- herr führt ihn als Nikolaus I. unter den ehelichen Söhnen auf.9 Hans Nick gilt nach herrschender Mei- nung10 als ein Sohn des Freiherrn Ulrich I. von Bran- dis (t i486)11, seit 1456 Herr über Vaduz, Schellen- berg, Blumenegg und Maienfeld. Die Vaterschaft Ul- richs I. folgt aus einer Urkunde vom 27. Juni 1493.12 Dort erscheinen als eine Partei vor dem Landgericht Rankweil «der wolgebornn herr her Sigmund von Branndiss fryherr min gnediger herr vnd der vest Hanns Nigk von Branndiss, baid innamen vnd an- statt des vorgenanten irs bruders vnd herren her Ludwig von Branndiss». Hans Nick ist somit eindeu- tig als Halbbruder der Freiherrn Ludwig I. und Sig- mund II. ausgewiesen, die beide eheliche Söhne des Freiherrn Ulrich I. waren. Weiteres ist über seine Herkunft nicht bekannt. Wir wissen insbesondere nicht, wer seine Mutter war. 
war sodann ein Halbbruder der nach 1486 in Liech- tenstein und Blumenegg regierenden Landesherrn Ludwig I. (t 1507)15 und Sigmund II. (f 1507)16, dann des Churer Dompropstes und Strassburger Domherrn Johannes von Brandis (t 1512)17 und der Verena von Brandis (t 1504?)18, über die 1510 Ul- richs Erbe an ihren Sohn Graf Rudolf V. von Sulz überging. Nach den Stammtafeln von Bütler19 und Kaiser20 hatte Hans Nick noch drei weitere Halbbrü- der, nämlich Werner21 (t 1499), Thüring IV.22 (t 1499) und Wolfgang23, eher wohl Wolfhart VII. (t 1503), die alle drei Deutschordensritter waren. Statt aber Werner und Thüring IV. 1499 sterben zulassen, verdient die Vermutung von Friedrich Hegi24 den Vorzug, dass Werner und Thüring IV. ein- und die- selbe Person sind. Demnach hatte Hans Nick also noch zwei weitere Halbbrüder, insgesamt also zwei Stiefbrüder (Georg und Matthias von Kastelwart), fünf Halbbrüder (Ludwig, Sigmund IL, Johannes, Werner-Thüring und Wolfhart VII.) und eine Halb- schwester (Verena). Zugleich war Hans Nick ein Nef- fe des einflussreichen Churer Bischofs Ortlieb von Brandis (t 1491)25. DIE GESCHWISTER Die erste Ehe, die Ulrich I. von Brandis um 1446 durch die Vermittlung des Grafen Hugo XIII. von Montfort-Rothenfels und des Ritters Marquart von Ems mit der Freifrau Verena von Zimmern einge- gangen war, war kinderlos geblieben.13 In zweiter Ehe hatte Ulrich die Witwe Praxedis von Helfenstein geheiratet, die aus ihrer ersten Ehe mit dem Frei- herrn Johann von Castelbarco (Kastelwart) einen Sohn Georg von Kastelwart mit in die Ehe gebracht und nach ihrer wilden Flucht in ihre schwäbische Heimat dort einen zweiten Sohn Matthias von Kas- telwart zur Welt gebracht.14 Georg und Matthias von Kastelwart waren mithin Stiefbrüder von Ulrichs nachgeborenen Kindern aus dessen zweiter Ehe. Damit war auch Hans Nick ein Stiefbruder des Georg und Matthias von Kastelwart, die 1493-1498 Schlossherren auf Werdenberg waren. Hans Nick 
GERURT UM 1470 Über den Zeitpunkt der Geburt von Hans Nick gibt es keinerlei Nachrichten. Die urkundlichen Nach- weise für Hans Nick beginnen erst im Jahr 1487, als er erstmals in den Diensten des Erzherzog Sigmund von Tirol aufscheint.26 Man könnte daraus schlies- sen, dass er etwa um 1470 oder auch einige Jahre davor geboren wurde. IN DIENSTEN ERHERZOGS SIGMUND VON TIROL 1487 Hans Nick begann seine Karriere in Innsbruck in den Diensten des Erzherzogs Sigmund von Tirol. Schon Hans Nicks Vater Ulrich von Brandis war 1456 in den Diensten von Erzherzogs Sigmund ge- standen, der ihn 1462 mit Marschlins belehnt hatte. In den 1460er und 1470er Jahren war Ulrich von 164
        

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