Die parteipolitische Konstellation hatte am Ende des Ersten Weltkrieges eine einschneidende Verän- derung erfahren. Die bisher tonangebenden Partei- en der Freisinnigen und der Konservativen erfuhren nun namhafte Konkurrenz durch das kompetente Vordringen der Sozialdemokraten und der Demo- kraten. Diese neue Vierparteienvielfalt trug wesent- lich zu einer Verbesserung der sozialen Lage der un- teren Bevölkerungsschichten bei. Die starke Prä- senz, entweder als Wirken in der praktischen Politik oder als Botschaft in Wort und Schrift an das Volk, von zwei seiner hervorragenden Vertreter auf der nationalen und teils internationalen Ebene, lenkten nicht selten den Blick auf die Randregion Grau- bünden: Die Beiträge nämlich von Bundesrat Felix 
Calonder zur Völkerbundsdebatte und von Professor Leonhard Ragaz zur sozialen Schweiz sowie zum Generalstreik. Neue Impulse in der geistigen Ausei- nandersetzung um das Wesen der schweizerischen Nation kamen auch dem Bergkanton zugute. Und nicht zuletzt setzte sich ein neuer Wille durch, so- wohl den Anliegen der Frauen als auch derjenigen von sprachlichen Minderheiten zu entsprechen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Insgesamt also bescherte der Weltkrieg der neutralen und vom Krieg unversehrten Schweiz, Schweizern und Bünd- nern, wohl Erschwernisse und Nachwehen in der wirtschaftlichen Entwicklung, anderseits aber auch Möglichkeiten eines neuen Aufbruchs in sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht. Militärküche in Sta. Maria zur Zeit des Ersten Welt- kriegs. 128
        

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